Schütze feuert mehrere Schüsse auf Mann in Hamburg: Entscheidung vor Gericht gefallen

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Von Bernhard Sprengel

Hamburg - Anderthalb Jahre nach nächtlichen Schüssen auf einen jungen Mann in Hamburg-Rahlstedt hat das Landgericht einen Angeklagten zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt. Die Strafkammer sprach den 21-Jährigen wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung schuldig. 

Die Polizei war in der Tatnacht damals mit zahlreichen Beamten im Einsatz.
Die Polizei war in der Tatnacht damals mit zahlreichen Beamten im Einsatz.  © NEWS5 / René Schröder

Zusammen mit unbekannten und maskierten Mittätern soll der in Hamburg geborene Angeklagte einem damals 23-Jährigen vor einem Mehrfamilienhaus aufgelauert und aus wenigen Metern Entfernung mindestens sechsmal auf den Mann geschossen haben.

Der 23-Jährige stürzte getroffen zu Boden. Dann soll der Angeklagte ihm mit einem Baseballschläger noch mindestens zwei Schläge verpasst haben. 

Der angegriffene Mann erlitt mehrere Schussverletzungen, konnte aber noch selbst über den Notruf die Feuerwehr verständigen. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Sie stach wahllos auf Menschen ein! Messerangreiferin wird dauerhaft weggesperrt
Gerichtsprozesse Hamburg Sie stach wahllos auf Menschen ein! Messerangreiferin wird dauerhaft weggesperrt

Nach der Tat in der Nacht zum 27. Oktober 2024 waren die Angreifer laut Aussage des Opfers mit einem Auto geflüchtet, wie ein Polizeisprecher seinerzeit sagte. Der 23-Jährige wollte demnach kurz vor Mitternacht seine Freundin besuchen. 

Hintergrund der Tat war möglicherweise ein Streit zwischen dem Angeklagten und einem Bruder des Opfers. Der Angeschossene war nach Angaben seiner Schwester erst eine Woche zuvor aus dem Gefängnis entlassen worden.

Das sagte die damals 32-Jährige unmittelbar nach der Tat der Polizei in einem Notruf, dessen Protokoll die Vorsitzende Richterin Anne Meier-Göring zu Prozessbeginn verlesen hatte. 

Lange Haft für Schüsse in Hamburg-Rahlstedt: Urteil nach Erwachsenenstrafrecht

Ermittler sicherten damals Spuren am Tatort.
Ermittler sicherten damals Spuren am Tatort.  © NEWS5 / René Schröder

Obwohl die Polizei mit mehr als einem Dutzend Streifenwagen, Diensthunden und Beamten aus Schleswig-Holstein nach den Tätern suchte, konnten zunächst keine Verdächtigen festgenommen werden. A

nfang vergangenen Jahres durchsuchte die Polizei die Wohnung des Angeklagten und fand dabei eine Schusswaffe, Munition und einen Baseballschläger. 

Im August vergangenen Jahres war der Angeklagte nach Angaben des Gerichts verhaftet worden.

Wilder Ritt durch Hamburg endet im Gefängnis: Rapper verurteilt
Gerichtsprozesse Hamburg Wilder Ritt durch Hamburg endet im Gefängnis: Rapper verurteilt

Die Staatsanwaltschaft warf ihm versuchten Mord vor, wovon das Gericht aber abrückte. Im Prozess schwieg der Angeklagte. Weil er zur Tatzeit erst 20 Jahre alt und damit noch Heranwachsender war, fand das Verfahren vor einer Jugendkammer am Landgericht statt. 

Das Urteil wurde jedoch nach Erwachsenenstrafrecht gesprochen. Das Gericht sei von einer bereits ausgereiften Persönlichkeit des Angeklagten ausgegangen, erklärte die Sprecherin. In den meisten Fällen werden Beschuldigte, die zur Tatzeit Heranwachsende waren, in Hamburg nach dem Jugendstrafrecht verurteilt.

Titelfoto: NEWS5 / René Schröder

Mehr zum Thema Gerichtsprozesse Hamburg: