Von Isabell Scheuplein
Hanau - Ein Mann wurde mit 22 Messerstichen getötet: Deshalb ist ein 35-Jähriger am Dienstag zu einer Freiheitsstrafe von zehn Jahren verurteilt worden. Das Landgericht Hanau sprach den Angeklagten des Totschlags schuldig.
Die Männer hielten sich nach Feststellung des Gerichts im Juni 2025 zu einer Sonnenwendfeier in Hanau in einer Wohnung auf und konsumierten dort viel Alkohol sowie illegale Drogen. Ein Streit eskalierte, in dessen Verlauf der Angeklagte das 37 Jahre alte Opfer dem Urteil zufolge mit Stichen in den Kopf, Hals und Oberkörper tötete.
Die Richter zeigten sich überzeugt davon, dass der Angeklagte im Zustand verminderter Schuldfähigkeit gehandelt habe. Den Hinterbliebenen sprach das Gericht ein Schmerzensgeld von insgesamt 30.000 Euro zu.
Der 35-Jährige sprang nach der Tat aus einem Fenster im zweiten Stock und landete in einem Maschendrahtzaun. Er wurde schwer verletzt von der Polizei aufgefunden und festgenommen.
Vor Gericht hatte der 35-Jährige gestanden, seinem Gegenüber in den Hals gestochen zu haben, an weitere Stiche konnte er sich nicht erinnern.
Die Kammer folgte mit ihrem Urteil weitgehend dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft, die wegen Totschlags elf Jahre Haft gefordert hatte. Die Nebenklage hatte auf Mord plädiert, die Verteidigung legte die Strafe in das Ermessen des Schwurgerichts.