Jetzt stehen sie vor Gericht: Junge Männer hauen Senioren mit Schockanrufen übers Ohr

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Von Bernhard Krebs

Köln - Nach sogenannten Schockanrufen bei älteren Menschen sollen vier junge Männer rund 500.000 Euro erbeutet haben. Seit Mittwoch stehen die Männer im Alter zwischen 22 und 27 Jahren wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs in 16 Fällen vor dem Kölner Landgericht.

In Köln stehen vier Männer wegen Schockanrufen vor Gericht. (Symbolfoto)
In Köln stehen vier Männer wegen Schockanrufen vor Gericht. (Symbolfoto)  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

Beim Prozessauftakt teilten die 23 und 26 Jahre alten Angeklagten über ihre Verteidiger mit, umfassende Geständnisse im Sinne der Anklage ablegen zu wollen. Die beiden anderen gaben an, zunächst zu schweigen.

Die Anklage wirft den Männern konkret vor, die Beute abgeholt zu haben, nachdem Unbekannte die Opfer mit Schockanrufen in Angst und Schrecken versetzt hatten. Weil in einem Fall einem Opfer die Beute aus der Hand gerissen worden sein soll, lautet eine Anklage auch auf Raub.

Laut Staatsanwaltschaft sollen die vier Angeklagten die Taten von September 2024 bis April 2025 in Köln, Trier, Gerolstein sowie weiteren Orten im Bundesgebiet begangen haben, zusammen mit bisher unbekannten Komplizen. 

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Während die beiden 22- und 27-jährigen Angeklagten als Abholer fungiert haben sollen, sollen die beiden 23 und 26 Jahre alten Angeklagten in der Hierarchie höher gestanden haben.

Ihre Aufgabe sei es gewesen, Kontakt mit den Schockanrufern – den sogenannten Keilern – zu halten sowie die beiden Abholer für die jeweiligen Taten zu mobilisieren, zu überwachen und zu den jeweiligen Abholorten zu bringen.

Gefälschte Polizeiausweise

Die Täter wiesen sich mit gefälschten Polizeiausweisen aus. (Symbolfoto)
Die Täter wiesen sich mit gefälschten Polizeiausweisen aus. (Symbolfoto)  © Arne Dedert/dpa

Zudem sollen sie die Abholer mit gefälschten Polizeidienstausweisen versorgt haben. Die beiden Männer sollen einer Großfamilie angehören, Mitglieder dieser Familie sollen bereits in der Vergangenheit ältere Menschen betrogen haben.

Bei den Schockanrufen sollen die Hintermänner der Angeklagten sich gegenüber den Opfern fälschlicherweise als Polizeibeamte, Staatsanwälte und Richter ausgegeben haben.

Dabei hätten sie den Eindruck erweckt, ein naher Angehöriger sei in einen schlimmen Unfall mit Todesopfer verwickelt und müsse nur dann nicht in Haft, wenn eine entsprechende Kaution gezahlt werde.

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In einem Fall sollen die Anrufer gegenüber einem 90-Jährigen aus Lohmar bei Köln behauptet haben, dass dessen Tochter einen Verkehrsunfall verursacht habe, bei dem das Unfallopfer, eine Mutter von drei Kindern, getötet worden sei. Weiter behaupteten die Anrufer, die Tochter befinde sich nun in Polizeigewahrsam und könne lediglich gegen Hinterlegung einer Kaution in Höhe von 250.000 Euro wieder entlassen werden.

Um den Druck auf den Mann zu erhöhen, habe sich noch eine Frauenstimme als Tochter des 90-Jährigen ausgegeben und gesagt: "Papa, Papa, bitte hilf mir." In dem Fall sei es schließlich zur Übergabe von Gold im Wert von rund 50.000 Euro gekommen. Der Prozess ist mit weiteren 18 Verhandlungstagen bis Ende Juni terminiert.

Titelfoto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/dpa-tmn

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