Von Bernhard Krebs, Maurice Hossinger
Köln - Rund ein Jahr nach dem Tod einer Schülerin (10) und einem Begleiter (25) in Hürth hat vor dem Landgericht Köln der Prozess gegen den 20 Jahre alten Todesraser begonnen.
Die Staatsanwaltschaft wirft ihm dabei unter anderem fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor.
Er soll am 4. Juni 2025 mit bis zu 57 Kilometern pro Stunde und trotz roter Ampel auf die Kreuzung gebrettert sein. Kurz darauf knallte er "ohne abzubremsen" in die Schülergruppe, erfasste dabei eine Zehnjährige (†) und einen Schulbegleiter (†) frontal.
Beide erlitten schwere Schädel-Hirn-Verletzungen. Das Mädchen starb zwei Tage nach dem Unfall im Krankenhaus, der 25-Jährige mehrere Tage später. Die Viertklässler waren auf dem Weg zum Sportplatz.
"Ich habe einen fürchterlichen Unfall verursacht, bei dem zwei junge Menschen ums Leben gekommen sind", hieß es in einer vom Verteidiger verlesenen Einlassung des Angeklagten.
Es habe seither keinen Tag gegeben, an dem er nicht an den schrecklichen Unfall gedacht und sich nicht gewünscht habe, "das Geschehene ungeschehen" zu machen. Und weiter: "Ich fühle mich für den Tod der beiden jungen Menschen verantwortlich."
20-Jähriger erfasst Kind und Schulbegleiter frontal
Zum Unfallhergang hieß es in der Erklärung, der 20-Jährige sei auf die Ampel zugefahren, als diese noch Gelb gezeigt habe. "Ich gab Gas, weil ich sicher war, sie noch zu kriegen."
Etwa auf Höhe der Ampel, habe er nach links geschaut um zu sehen, ob ein Fahrzeug auf seine Spur einbiege. "Als ich wieder nach vorn schaute, sah ich die Kinder auf der Straße direkt vor mir." Er glaube, noch gebremst zu haben, aber da sei es auch schon zur Kollision gekommen.
Die Anklage wirft dem 20-Jährigen auch einen Verstoß gegen das Waffengesetz sowie Handel mit Cannabis vor. Während der Unfallfahrt soll er eine scharfe Patrone mit sich geführt haben.
Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung am Unfalltag wurden demnach 122 Gramm Cannabis sichergestellt.