Urteil gefallen! Diese Strafe erwartet Kölner Rapper Dr. Knarf nach Drogen-Explosion

Köln - Auf den Tag genau sieben Jahre nach der verheerenden Explosion in der Kölner Innenstadt ist am Dienstag das Urteil gegen den Rapper Dr. Knarf gefallen.

Der Kölner Rapper Dr. Knarf ist von der eigens herbeigeführten Explosion schwer gezeichnet.
Der Kölner Rapper Dr. Knarf ist von der eigens herbeigeführten Explosion schwer gezeichnet.  © Oliver Berg/dpa

Die Verhandlung fand vor dem Kölner Landgericht statt. Obwohl der Prozess erst Mitte Januar gestartet ist, wurde der Rapper am heutigen Dienstag schuldig gesprochen.

Das Gericht verurteilte den 39-Jährigen, der mit bürgerlichem Namen Niko Brenner heißt, wegen Drogenbesitz und -handel sowie fahrlässigen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion zu anderthalb Jahren Haft auf Bewährung.

Brenner hatte nach Überzeugung des Gerichts im Februar 2017 in seinem Tonstudio, das in den Kellerräumen eines Mehrfamilienhauses unweit des Kölner Doms lag, versucht, als "Dab" bekanntes Cannabis-Konzentrat herzustellen.

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"Wir sind überzeugt davon, dass die Explosion Folge des gerade durchgeführten Extraktionsprozesses war", sagte der Vorsitzende Richter bei der Urteilsbegründung. Bei der Herstellung des "Dab" sei Butangas benutzt worden und teilweise verdampft.

Daraufhin habe sich ein hochexplosives Gas-Luftgemisch gebildet, das von einem Schaltfunken eines Kühlschranks gezündet worden sei und zur Explosion geführt habe.

Sachschaden in Höhe von rund 60.000 Euro entstanden

Die Druckwelle hatte Fenster und Teilen des Mauerwerks in den Innenhof des Gebäudes gesprengt. Den Schaden am Gebäude bezifferte das Gericht mit rund 58.000 Euro.

Brenner hatte durch die Explosion schwere Verbrennung erlitten und monatelang im Koma gelegen. In dieser Zeit erlitt der 39-Jährige mehrere Schlaganfälle, weshalb Ärzte ihm die Hälfte seiner Schädeldecke hatten entfernen müssen. Der 39-Jährige ist halbseitig gelähmt und sitzt im Rollstuhl.

Das Urteil ist rechtskräftig.

Titelfoto: Oliver Berg/dpa

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