Brandserie und versuchter Mord im Leipziger Westen: Angeklagter streitet Taten ab

Leipzig - Nach einer Reihe von Bränden im Leipziger Stadtgebiet im vergangenen Sommer muss sich ein 34-jähriger Tatverdächtiger ab Montag vor dem Landgericht verantworten.

Der Angeklagte Elvis H. (34, r.) mit seinem Verteidiger Jürgen Kohlen.  © Christian Grube

Dem Leipziger Elvis H. wird unter anderem vorsätzliche Brandstiftung in acht Fällen sowie versuchter Mord in Tateinheit mit versuchter schwerer Brandstiftung mit Todesfolge vorgeworfen.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der 34-Jährige zwischen dem 14. und 20. Juni 2025 in insgesamt neun Fällen Fahrzeuge in Brand gesetzt haben soll. Der Großteil der Taten ereignete sich rund um die Antonienstraße am Volkspark.

Der wohl schwerste Vorwurf des versuchten Mordes ist auf den frühen Morgen des 14. Juni zurückzuführen, an dem der Tatverdächtige einen Dichtungsgummi eines Wohnwagens angezündet haben soll. Ein im Inneren schlafender Mann habe sich gerade noch rechtzeitig nach draußen auf den Volkspark-Parkplatz retten können.

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Zum Prozessauftakt am Montag erklärte der Verteidiger von Elvis H. lediglich: "Er war es nicht." Sein Mandant sei lediglich "zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort" gewesen.

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Im Juni 2025 brannten nahe dem Volkspark mehrere Fahrzeuge. Meistens waren die Seitenspiegel angezündet worden.  © 7aktuell.de | Eric Pannier
Auf diesem Parkplatz stand auch der Wohnwagen, in dem zum Zeitpunkt der Brandstiftung ein Mann geschlafen hatte.  © 7aktuell.de | Eric Pannier

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Am heutigen Montag startete der Prozess gegen den 34-Jährigen.  © Christian Grube

Vor Gericht schilderte der Angeklagte seine schwierige Lebenssituation, angefangen mit seiner Kindheit mit zwei alkoholkranken, teilweise gewalttätigen Eltern. Auch er selbst habe bereits im Jugendalter immer wieder zur Flasche gegriffen, sei nach eigenen Angaben "unzählige Male" in psychiatrischen Einrichtungen gelandet und habe schließlich mithilfe des Jugendamtes sein Elternhaus verlassen.

So sei es ihm schwergefallen, im Leben richtig Fuß zu fassen, geschweige denn nach dem Hauptschulabschluss eine Ausbildung zu beginnen. Zuletzt habe er sich mit dem Pfandsammeln und "Schnorren" durchgeschlagen, im vergangenen Sommer sei er dann rückfällig geworden und lebte ohne festen Wohnsitz im Volkspark - also genau neben Brandorten.

Am ersten Verhandlungstag waren mehrere Zeugen geladen, unter anderem ein Diensthundeführer, dessen Hund die Fährte von einem der angezündeten Autos zielgerichtet bis zum Angeklagten verfolgt hatte.

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Insgesamt werden im Laufe des Prozesses mehr als 80 Zeugen erwartet, zudem soll ein psychiatrisches Gutachten über Elvis H. vorgetragen werden. Das Gericht hat Verhandlungstage bis Ende März angesetzt.

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