Leipziger Femizid-Prozess: "Der Junge hat geblutet und geschrien"

Leipzig - Ein argloser Mann wird Zeuge eines brutalen Mordes - und sieht, wie ein Vater sein eigenes Kind töten will. Im Prozess um den Femizid an der Leipzigerin Susann K. (42) hat der unmittelbare Tatzeuge am Montag eine schockierende Aussage gemacht. Auch sein Leben wurde zerstört.

Der Angeklagte Nick W. (37) trug dieses schwarze Kopftuch auch bei Messerattacke auf seine Ex-Partnerin Susann K. (†42) und seinen Sohn.
Der Angeklagte Nick W. (37) trug dieses schwarze Kopftuch auch bei Messerattacke auf seine Ex-Partnerin Susann K. (†42) und seinen Sohn.  © Bildmontage: privat

Sie sei an diesem Abend leicht angetrunken bei ihm erschienen, berichtete Marcus K. (43) im Zeugenstand. Als er erfuhr, dass Susann ihren Sohn (10) allein in der Wohnung zurückgelassen hatte, habe er sie sofort zurück nach Hause gefahren. Dort gingen beide dann zum Rauchen auf den Balkon. Plötzlich sei Susanns Ex-Partner Nick im Hof erschienen und am Balkon hochgesprungen.

Minuten später brach Nick W. (37) die Wohnungstür auf. "Er stand mit einem Messer vor uns ...", erzählte der Zeuge am ganzen Körper zitternd. Susann sei dann an ihm vorbei in ein anderes Zimmer gegangen, Nick W. hinterher. Kurz hinter der Tür muss er mit dem Messer zugestochen haben.

Mit letzter Kraft sprang Susann aus dem Fenster des Kinderzimmers. "Ich bin dann auch hinterher, habe Susann aber nicht mehr gesehen", so Markus K. Nick habe am Bett seines Sohnes gestanden, der plötzlich laut aufschrie.

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Laut rechtsmedizinischem Gutachten stach der Vater 14 Mal auf den Zehnjährigen ein. "Er zerrte das Kind dann am Kragen wie Vieh hinter sich her und warf es mir entgegen. Der Junge hat geblutet und geschrien", beschrieb der Augenzeuge den Horror. Anschließend habe Nick W. auf ihn selbst gezeigt und gesagt, dass dies der Mann sei, der die Familie kaputtgemacht habe.

Polizisten und Sanitäter kümmern sich vor dem Haus um den lebensgefährlich verletzten Jungen.
Polizisten und Sanitäter kümmern sich vor dem Haus um den lebensgefährlich verletzten Jungen.  © News5

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Ein Kriminaltechniker verlässt nach der Spurensicherung den Tatort.
Ein Kriminaltechniker verlässt nach der Spurensicherung den Tatort.  © Alexander Bischoff

Warum hat Susanns neuer Freund nicht eingegriffen? "Nick hat mir gedroht, dass ich ihm nicht zu nahekommen soll … Ich hatte Angst, dass er mich umbringen will", sagte der nur 1,69 Meter große Mann.

Das dramatische Geschehen habe auch sein Leben zerstört, schilderte Markus K. Nachts rücke er seitdem in panischer Angst Schränke vor seine Wohnungstür, damit niemand einbrechen könne. Er sei in psychologischer Behandlung, habe seine Arbeit verloren.

Nick W. hingegen war nach dem Mord an seiner Ex-Partnerin und der Messerattacke auf seinen Sohn nach Flirten zumute. "Er hat mich gefragt, ob ich ihn attraktiv finde", erzählte eine Polizistin (24), die an seiner Festnahme beteiligt war, im Zeugenstand.

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Zudem habe er mit den Beamten über Sternzeichen und Weihnachtsgeschenke reden wollen.

Der Prozess wird fortgesetzt.

Titelfoto: Montage privat ; News5

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