Leipziger Hammerskin wegen Kindesmissbrauchs vor Gericht

Leipzig - Am Leipziger Landgericht wird seit dem gestrigen Dienstag einem Mitglied der Hammerskins Sachsen der Prozess gemacht. Nicht wegen rechter Gewalt- oder Propagandastraftaten, sondern wegen des Verdachts des schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Patrick K. (39) soll sich auf einem Trip nach Griechenland mehrfach an der Tochter seiner früheren Lebensgefährtin vergangen haben.

Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs vor Gericht: Hammerskin Patrick K. (39).
Wegen mehrfachen sexuellen Missbrauchs vor Gericht: Hammerskin Patrick K. (39).  © Ralf Seegers

Eigentlich hatte Nicole Z. (34) den Verdacht, dass ihr Lebensgefährte Patrick mit einer anderen Frau fremdgeht. Deshalb installierte die Hauswirtschafterin im heimischen Schlafgemach eine versteckte Kamera.

Doch was sie da Ende Januar zu sehen bekam, verschlug ihr die Sprache. Die Hand ihres Partners wanderte unter das T-Shirt ihrer damals 13-jährige Tochter Ina (Name zum Schutz des Kindes geändert).

Die Mutter nahm die Tochter ins Gebet und erfuhr so schier unglaubliche Dinge, die sich heute in der Anklage gegen Patrick K. wiederfinden.

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Demnach brach der Hausmeister am 17. Dezember mit seiner Stieftochter Ina im alten, zum Wohnmobil umgebauten GMC-Van zu einer Silvesterreise nach Griechenland auf. Mutter Nicole, die noch keinen Urlaub hatte, sollte am 23. Dezember mit Flugzeug nachkommen.

Der Angeklagte bestreitet die Vorwürfe

In solch einem zum Wohnmobil umgebauten Van soll das Mädchen vom Angeklagten missbraucht worden sein.
In solch einem zum Wohnmobil umgebauten Van soll das Mädchen vom Angeklagten missbraucht worden sein.  © imago stock&people

Während der Reise soll es laut Staatsanwaltschaft zu insgesamt fünf sexuellen Übergriffen auf das Mädchen gekommen sein - auf Park-und Campingplätzen in Slowenien, Bulgarien und Athen.

Die Anklage kündet von unsittlichen Berührungen, Manipulationen an der Klitoris und Analverkehr. Die Taten sollen jeweils vor Ankunft und auch nach Abflug der Mutter geschehen sein. Zudem listet die Anklage noch zwei sexuelle Übergriffe im Januar in Leipzig auf.

Über seine Anwältin ließ Patrick K. am Dienstag erklären, dass er alle Vorwürfe bestreitet. Aussagen will er vorerst nicht.

Sämtliche in der Anklage zusammengefasste Vorwürfe entstammen den Aussagen des Mädchens. Am Dienstag wurde es unter Ausschluss der Öffentlichkeit vernommen. Der Prozess wird sich vornehmlich um die Glaubwürdigkeit der heute 14-Jährigen drehen.

Titelfoto: Ralf Seegers

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