Prozess um versuchten Mord in Leipziger Waschsalon: Urteil gegen 19-Jährigen gefallen
Leipzig - Es war eine Tat, die noch heute für Bestürzung sorgt. Nach dem versuchten Mord an einer Frau in einem Leipziger Waschsalon Ende Oktober 2025 ist im Prozess gegen Chabib C. (19) am heutigen Montag vor dem Landgericht das Urteil gefallen.
Nach insgesamt zwölf Verhandlungstagen verurteilte die Jugendkammer den 19-jährigen Algerier zu einer Jugendstrafe von sechs Jahren, wie ein Sprecher gegenüber TAG24 mitteilte. Zudem ordnete das Gericht die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus an.
Damit folgte die Kammer vollumfänglich den Forderungen der Staatsanwaltschaft. Das Gericht sprach den Heranwachsenden des versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung für den Angriff im Waschsalon schuldig.
Auch hinsichtlich des zweiten Tatkomplexes – einer späteren Attacke auf einen Justizmitarbeiter in der Jugendstrafanstalt (JSA) Regis-Breitingen mit einem Buttermesser – sah das Gericht die Schuld des 19-Jährigen als erwiesen an und sprach ihn der versuchten gefährlichen Körperverletzung in Tateinheit mit versuchter schwerer Körperverletzung schuldig.
Wie der Sprecher des Landgerichts auf Anfrage weiterhin mitteilte, stellte das Gericht bei dem Angeklagten eine verminderte Schuldfähigkeit fest. Zu den genauen Hintergründen oder einer konkreten Diagnose der psychischen Erkrankung wollte man jedoch keine weiteren Angaben machen.
Die Öffentlichkeit war auf Antrag der Verteidigung vom ersten Verhandlungstag an ausgeschlossen worden.
Glasscherben-Attacke im Waschsalon
Am 24. Oktober 2025 war das spätere Opfer Karla B.* (42) in Markkleeberg in die Buslinie 70 gestiegen, um ihre Wäsche in einen SB-Salon in der Connewitzer Wolfgang-Heinze-Straße zu bringen.
Bereits im Bus wurde die 42-Jährige von dem Angeklagten angesprochen. Obwohl sie ihm nach dem Aussteigen an der Haltestelle Mathildenstraße mehrfach klar verständlich machte, dass er sie in Ruhe lassen solle, folgte er ihr weiterhin.
Als Karla B. später zurückkehrte, um ihre gewaschene Kleidung abzuholen, passte der Algerier sie im Eingangsbereich des Salons ab. Er attackierte die Frau unvermittelt mit einer großen Glasscherbe und fügte ihr schwere Schnittverletzungen im Hals- und Kopfbereich zu. Erst als ein couragierter Zeuge dazwischenging, ergriff C. die Flucht.
Die Polizei leitete eine intensive Öffentlichkeitsfahndung ein. Knapp eine Woche nach der Tat, am 31. Oktober, klickten schließlich die Handschellen: Bundespolizisten schnappten den 19-Jährigen im brandenburgischen Cottbus.
Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
*Name geändert
Titelfoto: EHL Media

