Unfall-Fahrer bedauert Flixbus-Tragödie: "Kann die Zeit nicht zurückdrehen"
Leipzig - Am Leipziger Landgericht ist am Freitag der Prozess gegen den Fahrer des Flixbusses gestartet, der im März 2024 auf der A9 verunglückte. Direkt zu Beginn gab der Angeklagte eine Erklärung ab.
Die Erklärung verlaß Peter Pospisil (59), der Anwalt von Vlastimil S. (64). "Der Sachverhalt ist zutreffend", sagte er. "Ich soll Ihnen ausrichten, dass es ihm unendlich Leid tut, was passiert ist. Er würde die Zeit zurückdrehen, doch das kann er nicht."
Der Unfall habe auch sein Leben verändert. "Seit Mai 2024 hat sich Herr S. selbst in Psychotherapie begeben bis heute."
Dem Anwalt zufolge lag bei dem Unglück keine Übermüdung vor. Alkohol und Drogen sollen keine Rolle gespielt haben.
"Bis zum Unfall ist mein Mandant korrekt gefahren. Bis zum Zeitpunkt hatte er keine Eintragungen. Er war kein Risikofahrer", so der Verteidiger. "Es handelt sich um ein einmaliges fahrlässiges Fehlverhalten."
Laster-Fahrer in Prozess: „Das war für mich der Horror"
Bei dem Unfall im März 2024 kamen auf der Autobahn A9 vier Frauen ums Leben, die sich als Passagiere an Bord des Busses befanden. 46 weitere Passagiere wurden teils schwer verletzt.
Während der Verhandlung wurde auch ein Lkw-Fahrer (46) verhört, der sich zum Zeitpunkt des Unfalls hinter dem Flixbus befunden hatte. Der Bus habe ihn kurz zuvor überholt und sei dann vor ihm eingeschert. Ein paar Meter weiter sei er dann von links nach rechts geraten, kurz darauf sei er umgekippt.
Der Lasterfahrer habe zusammen mit zwei Autofahrern sofort gehalten, um den verunglückten Menschen zu helfen. "Das war für mich der Horror. Ich habe eine Dame gesehen, ihr halber Körper lag unter dem Bus." Der Kopf einer zweiten, älteren Dame sei voller Blut gewesen sein. "Ihre Beine waren unter dem Bus. Sie hat nach Hilfe gerufen. Darunter war eine Leiche."
Die Feuerwehr habe schließlich übernommen. Die Bilder würden den 46-Jährigen bis heute beschäftigen.
Titelfoto: Bildmontage: Silvio Bürger; News5/Grube

