Prozess gegen Amokfahrer von Magdeburg startet verspätet: Taleb A. rastet "zur Show" aus
Magdeburg - Es ist der 35. Verhandlungstag im Prozess gegen den Amokfahrer des Magdeburger Weihnachtsmarktes. Wie bereits zuvor sorgte der Angeklagte Taleb A. (51) für eine denkwürdige Szene.
Seit Start des Prozesses sind alle Verhandlungstage so geplant, dass sie ab 9.30 Uhr starten sollen. Doch am Donnerstag verzögerte sich der Beginn.
Während alle Anwälte und Kläger langsam ihre Sitzplätze aufsuchten, wurde auch Amokfahrer Taleb A. in den Gerichtssaal geführt. In Begleitung von gut geschützten Justizbeamten und Polizisten ging es für ihn in den extra errichteten "Sicherheitskasten".
Noch bevor die Verhandlung durch den vorsitzenden Richter Dirk Sternberg eröffnet wurde, herrschte plötzlich Aufregung.
Taleb A. sorgte für einen Zwischenfall. In seinem "Sicherheitskasten" schrie und gestikulierte der 51-Jährige. Mehrere Einsatzkräfte mussten einschreiten.
Während sich seine Anwälte sowie eine vom Gericht zuständige Protokollführerin vorübergehend beraten hatten, blieb der Angeklagte wieder ruhig.
Kurz darauf protestierte er erneut und wurde von den Beamten direkt herausgetragen.
Plädoyers lassen auf sich warten
Während des Vorfalls blieben die im Saal befindlichen Kläger und Anwälte unbeeindruckt. Solche Ausraster von A. sind vielen von ihnen bereits bekannt und überraschen nicht mehr.
Um kurz vor 10 Uhr wurde der Angeklagte wieder durch Sicherheitskräfte in seinen Glaskasten gebracht. Auch Richter Sternberg war inzwischen anwesend und teilte mit, dass Taleb A. erklärt habe, dass der Zwischenfall nur "eine Showeinlage für die Presse" gewesen sei.
Mit einer halbstündigen Verspätung eröffnete der Vorsitzende den 35. Prozesstag. Inhaltlich wird erwartet, dass die Plädoyers der Staatsanwaltschaft vorgetragen werden.
Doch dazu kommt es zunächst nicht. Noch immer werden Anträge sowie von Therapeuten erstellte Gutachten zu weiteren Geschädigten vorgetragen.
Taleb A. machte währenddessen handschriftliche Notizen.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

