Prozess gegen Magdeburger Amokfahrer: Anhörung weiterer Zeugen
Magdeburg - Der Gerichtsprozess gegen den Amokfahrer auf dem Magdeburger Weihnachtsmarkt geht am Dienstag weiter. Erwartet werden weitere Zeugen und Nebenkläger, die jedoch nicht direkt bei dem Anschlag verletzt worden sind.
Der 51-jährige Angeklagte Taleb A. steht wegen sechsfachem Mord und über 300-fachem versuchten Mord vor Gericht. Ihm droht lebenslange Haft mit Sicherheitsverwahrung.
Zuletzt wurde eine Beschränkung des Verfahrens abgelehnt.
Grundlegende Informationen zu dem Attentat und dem langwierigen Gerichtsverfahren findet Ihr in folgendem Artikel: "Eigenes Gerichtsgebäude gebaut: Mega-Prozess gegen Magdeburger Amokfahrer startet".
TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog direkt aus dem Gerichtsgebäude.
9.48 Uhr: Zeugen werden nach Anhörung mit Psychiatern sprechen
Gleich zu Beginn des Prozesstages werden vier Sachverständige vorgestellt, die sich später um die heutigen Zeugen kümmern werden. Es handelt sich dabei um Personen, die erst nach dem Prozessauftakt in das Verfahren zugelassen wurden.
Darunter zählen sieben Kinder, um die sich ein Kinderpsychiater vom städtischen Klinikum Olvenstedt kümmern soll. Dieser ermahnt sofort alle Anwesenden, dass es sich dabei nicht um "kleine Erwachsene" handelt.
Kinder können das Geschehene nicht richtig einordnen oder weitere Details dazudichten. Um die Situation der Kinder angenehmer zu machen, sollen auch die Eltern während des Gutachtens involviert werden.
8.54 Uhr: Polizeieskorte bringt Angeklagten zum Gerichtsgebäude
Wie an jedem Verhandlungstag gilt für die Justiz- und Polizeibeamten höchste Aufmerksamkeit bei hohen Sicherheitsvorkehrungen.
Eine Stunde vor offiziellem Prozessbeginn wurde auch der angeklagte Attentäter mit einer Polizeieskorte zum Gerichtsgebäude gebracht.
Die B1 musste dafür kurzfristig gesperrt werden.
7 Uhr: Prozess wird fortgesetzt
Am mittlerweile 21. Verhandlungstag werden mehrere Zeugen und Nebenkläger gehört - auch solche, die beim Anschlag nicht verletzt wurden.
Wie Gerichtssprecher Christian Löffler mitteilte, sollen die Geladenen gleich nach ihrer Aussage mit einem Sachverständigen sprechen, damit ein Gutachten erstellt werden kann.
Der Prozess beginnt regulär um 9.30 Uhr.
Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
