Prozess gegen Magdeburger Amokfahrer: Taleb A. erstellte KI-Video mit Musk

Magdeburg - Das Gerichtsverfahren gegen den Amokfahrer des Magdeburger Weihnachtsmarktes ist am Dienstag fortgesetzt worden. Zeugen wurden vernommen und mehrere Videos gezeigt.

Am Dienstag geht die Verhandlung im vorübergehenden Gebäude des Landgerichts Magdeburg weiter.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Ein Polizist aus Rostock hatte bereits 2013 in einer E-Mail den späteren Attentäter Taleb A. erwähnt. Im Zeugenstand teilte er mit, dass er sich jedoch nicht mehr an viele Details erinnern konnte.

Nach ihm folgte eine Dolmetscherin, die als Sachverständige mehrere englischsprachige Videos des Amokfahrers übersetzen musste.

Auch der Angeklagte selbst war erneut anwesend, durfte aber bis auf einen kurzen Moment nicht viel sagen.

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TAG24 war wieder vor Ort und berichtete live. Den kompletten Verhandlungstag könnt Ihr in diesem Artikel nachlesen.

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15.35 Uhr: Der Verhandlungstag ist beendet

Nach ein paar organisatorischen Klärungen beendet der vorsitzende Richter Sternberg den heutigen Prozesstag.

Am Mittwoch geht es mit weiteren Gutachten unter anderem zur Schuldfähigkeit des Angeklagten weiter.

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14.57 Uhr: Taleb A. hält sich vor dem Anschlag für weltbekannt

Attentäter Taleb A. hält sich vor dem durchgeführten Anschlag selbst für weltbekannt. Der saudi-arabische Arzt sei bereits dreimal im Fernsehen zu sehen gewesen. Auch wenn man seinen Namen bei Google eintippen würde, könne man dies nachlesen.

Trotz angeblich vieler Kontakte mit Journalisten, sei das Videointerview mit der US-Foundation eines der ersten Presseanfragen zu seinem Aktivismus gewesen.

14.15 Uhr: Deutschland soll verdeckte Operation führen

Im weiteren Verlauf des Videointerviews geht es um die Flüchtlings- und Willkommenspolitik in Deutschland.

Darin behauptet Taleb A., dass er Beweise habe, dass das Leben von Ex-Muslimen durch die deutsche Regierung zerstört werden soll. Weiterhin soll Deutschland eine verdeckte Operation führen, um Saudi-Arabern und Ex-Muslimen zu schädigen.

13.24 Uhr: Attentäter gab Videointerview

Die Mittagspause ist vorbei und es wird ein letztes Video gezeigt. Es handelt sich dabei um ein Interview.

Taleb A. wird darin von einer Person einer US-Foundation über das Thema Flüchtlinge und Islam befragt. Er selbst hat dem Glauben den Rücken gekehrt und bezeichnet sich als Helfer für Ex-Muslime.

Das 45 Minuten lange Interview wird in mehreren Abschnitten von der Sachverständigen übersetzt.

Um die Verhandlung nicht weiter in die Länge zu ziehen, haben sich die Vorsitzenden darauf geeinigt, zunächst auf das Mitschreiben zu verzichten. Stattdessen soll die Dolmetscherin eine schriftliche Übersetzung einreichen.

Mehrere von Taleb A. im Internet veröffentlichte Videos wurden gesichtet und übersetzt. (Archivbild)  © IMAGO/Hanno Bode

12.03 Uhr: Richter unterbricht zur Mittagspause

Die Sachverständige hat vier von fünf englischsprachige Videos auf Deutsch übersetzt und ihre Aufzeichnungen dazu vorgelesen.

Bevor das letzte Video abgespielt wird, ordnet der vorsitzende Richter Sternberg eine Unterbrechung der Verhandlung zur Mittagspause bis 13 Uhr an.

11.24 Uhr: Taleb A. nutzte KI für Video als Elon Musk

Zu aller Überraschung der Anwesenden zeigt die Sachverständige ein Video mit Tesla- und Twitter-Chef Elon Musk (54). Es handelt sich jedoch um ein Video, welches mit künstlicher Intelligenz erstellt wurde.

Das Video stammt vom Amokfahrer selbst, was auch zu Beginn vom falschen Elon Musk erklärt wird. Mit dem Avatar versucht Taleb A., sich über die Zensur in Deutschland zu beschweren.

Er zeigt darin einen inhaltlich bedenklichen Tweet aus Kanada, welcher in Deutschland nicht betrachtet werden kann.

11.08 Uhr: Videos zeigen erneut wirren Angeklagten

Ein anderes Video des Attentäters handelt von Personen einer "illegalen Organisation" aus Köln. Darin behauptet er, dass eine Minderjährige zur Prostitution gezwungen werde.

Zudem zeigt er darin einen Videoausschnitt einer jungen Frau von der Plattform "Snapchat". Er analysiert ihr Verhalten und kritisiert, wie sie ihre Brüste präsentiert. Zudem behauptet er, sie leide an Drogen- und Alkoholsucht.

Die Inhalte der Videos zeigen keine neuen Erkenntnisse über den Attentäter. Sie bestätigen die in der Vergangenheit immer wieder ersichtliche Verwirrtheit.

Richter Dirk Sternberg ließ mehrere englischsprachige Videos von einer Dolmetscherin übersetzen. (Archivbild)  © Heiko Rebsch/dpa

10.54 Uhr: Sitzungsteilnehmer brauchen Geduld

Weil Taleb A. in seinen Twitter-Videos auf Englisch redet, wurde eine Dolmetscherin als Sachverständige geladen. Kläger, Anwälte, Zuschauer und Pressemitarbeiter müssen dafür Geduld mitbringen.

Die Sachverständige muss das in den Videos Gesagte Schritt für Schritt vorlesen. Der Protokollführer könne sonst nicht mit der Sprechgeschwindigkeit mithalten und schnell genug mitschreiben.

10.34 Uhr: Attentäter beschwert sich in Video über Regeln und Gesetze

In einem weiteren Video beschwert sich Taleb A. über die "übertriebene Regulierung" in Deutschland. Die Bürger würden in Leben, Freiheit, Besitz und Eigentum stark eingeschränkt werden.

Als Beispiel führt er an, keine private Überwachungskamera verwenden zu dürfen, die beispielsweise einen Briefkasten überwacht. Auch der erschwerte Kauf von Schusswaffen wird von ihm in dem Video angeprangert.

10.24 Uhr: Twitter-Videos von Taleb A. werden gesichtet

Nach einer kurzen Unterbrechung steht die nächste Zeugenanhörung an. Geladen sind zwei Sachverständige, die sämtliche von Taleb A. im Internet veröffentlichte Texte und Medien begutachtet haben.

Zunächst geht es um ein Twitter-Video, in welchem der Angeklagte erklärt, dass die "Deutsche Nation ruiniert" werden soll, weil sie "Flüchtlinge umbringt".

In der heutigen Gerichtsverhandlung bekommt der Attentäter nicht viel Redezeit. (Archivbild)  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

9.55 Uhr: Taleb A. nutzt Redezeit wieder für Beschwerden

Der vorsitzende Richter Sternberg fragt den Angeklagten, ob es diesen Vorfall in Rostock gegeben habe. Taleb A. bestätigt dies und nutzt erneut seine Redezeit für Beschwerden.

Seiner Meinung nach gehen jegliche deutschen Behörden mit ihm ungerecht um. Die deutsche Bevölkerung beruht seit vielen Jahren auf Lügen, so der Angeklagte.

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