Lebenslange Haft! Urteil gegen Magdeburger Amokfahrer Taleb A. gesprochen
Magdeburg - Nach 40 Verhandlungstagen ist am heutigen Freitag am Landgericht Magdeburg das Urteil gegen den Amokfahrer des Magdeburger Weihnachtsmarktes gesprochen worden. Mehr als ein halbes Jahr lang wurden in dem Prozess Zeugen und Opfer angehört, Bild- und Videomaterial gesichtet, Gutachten verlesen - und auch Taleb A. (51) kam selbst zu Wort.
Der Vorsitzende Richter Dirk Sternberg zog einen vorläufigen Schlussstrich unter das Verfahren und verkündete das lang erwartete Urteil.
Amokfahrer Taleb A. muss lebenslang hinter Gitter!
Generalstaatsanwaltschaft, Nebenkläger und deren Anwälte forderten gar lebenslang mit anschließender Sicherungsverwahrung.
"Die Sicherungsverwahrung des Angeklagten wird vorbehalten", teilte Richter Dirk Sternberg mit.
TAG24 ist vor Ort und berichtet in einem Liveblog direkt aus dem Gerichtsgebäude.
Grundlegende Informationen zu dem Attentat und dem langwierigen Gerichtsverfahren findet Ihr in folgendem Artikel: "Eigenes Gerichtsgebäude gebaut: Mega-Prozess gegen Magdeburger Amokfahrer startet".
10.36 Uhr: Lebenslauf und Vorgehen des Angeklagten wird wiederholt
Der vorsitzende Richter Dirk Sternberg stellt klar, dass mehrere Anschlagsopfer Schmerzensgeld von Taleb A. verlangen dürfen. Ihnen werden Summen von wenigen Tausend bis hin zu 10.100 Euro zugesprochen.
Anschließend wird der Lebenslauf des Angeklagten wiederholt und seine Vorgeschichte bis zur Tat nochmal in Erinnerung gerufen.
10.23 Uhr: Verhandlung wird nach Panne fortgesetzt
Nach über einer halben Stunde wird die Urteilsbegründung fortgesetzt. "Sonst hat immer alles funktioniert, heute mal nicht", sagte Richter Sternberg.
Daraufhin wiederholt er nochmals die Urteilsverkündung und lässt den Vorfall im Protokoll vermerken.
10.18 Uhr: Probleme mit der Technik behoben
Ein letztes Mal fragt der Techniker über das Mikrofon, ob er im "Sicherheitskasten" über die Lautsprecher zu hören ist. Der vermummte Justizbeamte zeigt den Daumen nach oben.
Unter den Zuschauern wird leise gejubelt und vereinzelt geklatscht. Die Verhandlung und damit die Urteilsbegründung wird in wenigen Minuten fortgeführt.
10.10 Uhr: Technische Probleme können nicht schnell gelöst werden
"Eins, zwei, drei, vier, fünf - bin ich zu hören?", fragt der Techniker des Landgerichts immer wieder über das Mikrofon des Richters. Der einzige im "Sicherheitskasten" vermummte Justizbeamte schüttelt den Kopf oder bleibt regungslos.
Noch immer wird mit der Technik gekämpft. Inzwischen schon seit über 20 Minuten.
Unter den Zuschauern wird bereits diskutiert, was geschieht, wenn das Problem nicht zeitnah behoben werden kann.
9.46 Uhr: Sitzung wegen technischer Panne unterbrochen
Ausgerechnet beim wichtigsten Teil der Verhandlung gab es technische Probleme. Noch während Richter Sternberg jeden einzelnen Namen der Todesopfer nennt, macht der Anwalt des Angeklagten auf sich aufmerksam.
Laut seinen Aussagen war das Urteil im "Sicherheitskasten", in dem Taleb A. während der Verhandlung untergebracht ist, nicht zu hören. Die Mikrofon- und Lautsprecheranlagen hätten nicht funktioniert.
Die Verhandlung ist für mindestens fünf Minuten unterbrochen.
9.40 Uhr: Taleb A. zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt
Amokfahrer Taleb A. ist durch den vorsitzenden Richter Dirk Sternberg zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt worden. "Die Anordnung der Sicherungsverwahrung des Angeklagten wird vorbehalten", sagte der Vorsitzende.
A. wird konkret wegen des sechsfachen Mordes, mehrfachen versuchten Mordes sowie mehrfacher Körperverletzung verurteilt.
9.28 Uhr: Auch die Oberbürgermeisterin ist vor Ort
Zur Verkündung des Urteils ist auch die Oberbürgermeisterin von Magdeburg vor Ort. Simone Borris (63, parteilos) sitzt zwischen den Pressevertretern und wird die Verhandlung ebenfalls beobachten.
Währenddessen warten die Pressevertreter und Zuschauer auf das Hereinbegleiten des Amokfahrers Taleb A. durch die vermummten Juistizbeamten.
8.51 Uhr: Großes Interesse bei Presse und Bevölkerung
Bereits eine Dreiviertelstunde vor Beginn der Verhandlung sind die Sitze im Zuschauerbereich nahezu vollständig besetzt. Verglichen mit den letzten Terminen ist auch die Anzahl der Pressevertreter vor Ort sichtlich angestiegen.
Im gesamten Zuschauerbereich herrscht spürbare Anspannung. Auch bei den erwarteten heißen sommerlichen Temperaturen braucht sich niemand der Gäste Sorgen machen. Das extra für die Verhandlungen errichtete Gebäude ist mit Klimaanlagen ausgestattet, welche die Räumlichkeiten auf 23 Grad herunterkühlen sollen.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa
