Von Lilly Krka
München - Ein 25-Jähriger hat am Mittwoch vor Gericht zugegeben, seine Stiefmutter umgebracht zu haben. Beim Prozessauftakt vor dem Landgericht München I gab er an, "wie in Trance" gehandelt zu haben.
Eine entsprechende Erklärung des Angeklagten verlas seine Anwältin. Seine Tat bereue er zutiefst.
Nach einem Streit hatte der Mann seine Stiefmutter am Pfingstsonntag 2025 laut Staatsanwaltschaft mit zahlreichen Messerstichen so schwer verletzt, dass sie kurz darauf im Krankenhaus starb. Sein Vater habe noch versucht, zwischen Sohn und Frau zu gehen.
Vor der Tat habe es jahrelange Streitigkeiten zwischen dem Täter und der 76-Jährigen gegeben.
Der 25-Jährige habe das Gefühl gehabt, sie versuche stetig, einen Keil zwischen ihn und seinen Vater zu treiben. Sie habe ihn vor seinem Vater schlechtgemacht und diesen manipuliert. "Diese Psychospielchen waren für mich unerträglich", sagte er.
Ein fremdenfeindliches Motiv für seinen Angriff gegen die aus Montenegro stammende Frau, wie es die Staatsanwaltschaft ihm außerdem vorwirft, dementierte der 25-Jährige.
Er sei zwar "politisch rechts" eingestellt, aber nicht fremdenfeindlich. Ermittler hatten nationalsozialistische Literatur bei ihm gefunden.
Im Strafprozess gegen ihn sind sieben weitere Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil könnte demnach am 28. Juni fallen.