Mann soll Ex-Partnerin brutal erschlagen haben: War das sein Grund für die grausame Tat?
Hildesheim/Edemissen - Im Prozess um einen 41-Jährigen, der seine 38-jährige Ex-Partnerin brutal ermordet haben soll, kommen vor Gericht nun weitere tragische Details ans Licht.
Seit August 2025 steht der Landwirt aus Niedersachsen wegen versuchten Mordes und Totschlags vor dem Landgericht Hildesheim. Ende Februar soll der 41-Jährige laut Anklage entschieden haben, seine ehemalige Partnerin loszuwerden. Daher habe der Angeklagte versucht, die 38-Jährige zunächst zu vergiften.
Hierfür soll er ihre Kaffeemaschine mit dem Insektizid "Parathion", auch bekannt als "Schwiegermuttergift", präpariert haben, berichtet die Deutsche Presse-Agentur (dpa).
Dies soll seine Ex-Partnerin jedoch bemerkt haben. Wenige Tage später sei die Situation eskaliert. Dem Tatverdächtigen wird vorgeworfen, der Getöteten ganze 23-mal mit einem Eisenrohr auf den Kopf geschlagen zu haben und sie anschließend eine Treppe hinuntergestürzt zu haben.
Zuvor war bei der Tatwaffe die Rede von einem Brecheisen. In einem Brief an seine neue Lebensgefährtin verriet sich der Angeklagte jedoch selbst. Er habe nach Angaben der dpa in dem Schreiben selbst auf die in einem Brunnen gefundene Tatwaffe zunächst hingewiesen und die Passage anschließend wieder durchgestrichen, hieß es.
Motiv bleibt weiter unklar
Bislang bleibt das Mordmotiv des 41-Jährigen weiterhin unklar. Vor Gericht heißt es, dass eventuell Unterhalt eine Rolle gespielt haben könnte. Zudem habe der Angeklagte die Kontrolle über seine ehemalige Lebensgefährtin verloren – auch Eifersucht sei dazugekommen.
Die Nebenklagevertreterin unterstellte dem Tatverdächtigen zudem, dass er besorgt um sein "bequemes Leben" gewesen sei und die damals 38-Jährige deshalb "entsorgt" habe. Sie forderte eine lebenslange Strafe für den Mann.
Verteidiger vermutet sexuelles Motiv
Die Staatsanwältin wirft dem Angeklagten viele Lügen und manipulatives Verhalten vor. Unter anderem habe der 41-Jährige seine Ex-Partnerin, von der er bereits getrennt gelebt hatte, im Glauben gelassen, mit ihr und den Kindern auf den Hof seiner Eltern ziehen zu wollen. In dieser Zeit lebte er jedoch bereits mit seiner neuen Geliebten.
Die 38-Jährige habe psychisch darunter gelitten, erklärte die Staatsanwältin.
Verteidiger Sörgel erklärte vor Gericht jedoch, dass das Opfer mit hochgezogenem Pullover und BH gefunden wurde. Dies deutet eher auf eine Tat mit sexuellem Motiv hin – womöglich durch einen Dritten. Diesem Verdacht sei jedoch nicht nachgegangen worden, hieß es weiter.
Aktuell werde nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Hildesheim gegen den Angeklagten zudem wegen des Verdachts der Anstiftung zum Mord ermittelt.
Laut einem Bericht der "Braunschweiger Zeitung" habe ein Mitinsasse im Verfahren behauptet, dass der 41-Jährige ihm Geld geboten habe, um Zeugen loszuwerden. Diesen Vorwurf wies der Angeklagte jedoch zurück.
Titelfoto: Julian Stratenschulte/dpa

