Er soll junge Patienten vergewaltigt und missbraucht haben: Ex-Klinik-Chefarzt schweigt

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Von Jörn Hartwich

Duisburg - Nach schweren Missbrauchs-Vorwürfen muss sich ein Psychiater in Duisburg vor Gericht verantworten.

Der Angeklagte (l.) wird von seinem Rechtsanwalt Roland Rautenberger an den Handfesseln in den Gerichtssaal geführt.
Der Angeklagte (l.) wird von seinem Rechtsanwalt Roland Rautenberger an den Handfesseln in den Gerichtssaal geführt.  © Christoph Reichwein/dpa

Der ehemalige Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie einer Duisburger Klinik soll zwischen Mai 2019 und Dezember 2024 vier jugendliche Patientinnen sexuell missbraucht und vergewaltigt haben. Die mutmaßlichen Opfer waren zur Tatzeit 16 bis 17 Jahre alt.

Bei allen soll es laut Anklage zum Geschlechtsverkehr gekommen sein - entweder im Büro des Arztes oder in dessen Essener Wohnung. Zum Prozessauftakt am Duisburger Landgericht hat sich der 60-Jährige nicht zu den Vorwürfen geäußert.

Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte das Vertrauen seiner Patientinnen im Rahmen von Gesprächstherapien ausgenutzt hat. Dabei soll er den Inhalt der Gespräche gezielt auf sexuelle Themen gelenkt haben.

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Allein mit einer anfangs 16-Jährigen soll es 50-mal zum Geschlechtsverkehr gekommen sein - teilweise ungeschützt. Die Missbrauchstaten hörten laut Anklage erst auf, als die Jugendliche von einem anderen Partner schwanger geworden war.

Jugendliche als "drittes Kind" bezeichnet

Ob sich der ehemalige Chefarzt einer Kinder- und Jugendpsychiatrie zu den Vorwürfen äußern will, ist unklar.
Ob sich der ehemalige Chefarzt einer Kinder- und Jugendpsychiatrie zu den Vorwürfen äußern will, ist unklar.  © Christoph Reichwein/dpa

Nach außen hin soll der 60-Jährige eines der Mädchen als sein "drittes Kind" und seine "Adoptivtochter" bezeichnet haben.

Eines der Opfer, das noch keine sexuellen Erfahrungen gehabt haben soll, hat er laut Anklage am Bahnhof abgeholt und direkt im Anschluss in seinem Büro vergewaltigt.

Nach Angaben von Nebenklagevertreterin Simone Dahlmann-Ludwig befinden sich die Jugendlichen bis heute in "einer erheblichen psychischen Ausnahmesituation und in psychotherapeutischer Behandlung". Auch von "Suizidgefahr" war im Prozess die Rede.

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Ob sich der Angeklagte zu den Vorwürfen äußern will, steht nach Angaben seines Verteidigers Roland Rautenberger bislang nicht fest.

Die Anklage lautet unter anderem auf Vergewaltigung und auf sexuellen Missbrauch unter Ausnutzung eines Therapieverhältnisses. Mit einem Urteil ist voraussichtlich im September zu rechnen.

Titelfoto: Christoph Reichwein/dpa

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