Sportwagen-Fahrer will mit 640-PS-Geschoss angeben und erfasst junge Frauen: 19-Jährige tot

Von Frank Christiansen

Wuppertal - Dieser Unfall sorgte in der Region für Entsetzen und Trauer: Nach dem Tod einer 19-jährigen Frau in Remscheid steht der Fahrer eines 640 PS starken Sportwagens wegen Mordes und versuchten Mordes vor Gericht.

Dem 25-jährigen Mercedes-Fahrer aus Remscheid droht lebenslange Haft wegen Mordes.  © David Young/dpa

Der 25-Jährige hatte nach Ansicht der Staatsanwaltschaft mit auffälligen Fahrmanövern angeben wollen. Er habe das Auto dazu am 30. April vergangenen Jahres mit hoher Beschleunigung und eingeschlagenen Rädern gestartet, um zu driften.

Dabei sei der Wagen beim erneuten Anfahren ausgebrochen, auf den Bürgersteig geraten und habe zwei junge Frauen erfasst, heißt es. Eine 19-Jährige starb wenige Tage später an schweren Kopfverletzungen, eine 17-Jährige musste mit Knochenbrüchen und lebensgefährlichen inneren Verletzungen im Krankenhaus behandelt werden.

Zuvor soll der 25-Jährige das Feuerwehrfest in Remscheid-Lennep besucht und dort größere Mengen Alkohol getrunken haben, bevor er sich an das Steuer seines Sportwagens setzte, eines Mercedes-Benz AMG GT 63 S.

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Bereits auf der Fahrt in einen Wendehammer soll er auffällige Fahrmanöver durch wiederholtes schnelles Beschleunigen und Abbremsen vollzogen haben, um vor Fußgängern und den Mitinsassen des Wagens anzugeben, so die Anklage.

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25-Jähriger nahm tödliche Gefahr für die Fußgänger laut Anklage "billigend in Kauf"

Der angeklagte Mercedes-Fahrer (25) hatte die beiden jungen Frauen ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 60 bis 65 km/h erfasst.  © David Young/dpa

Nachdem er gewendet hatte, habe er sich dann entschlossen, auf besonders spektakuläre Weise anzufahren, um mit seinem leistungsstarken Fahrzeug und seiner Fahrweise zu prahlen. Die tödliche Gefahr für die Fußgänger habe er dabei "billigend in Kauf genommen".

Der Wagen sei bereits nach einer Sekunde unkontrolliert mit dem Fahrzeugheck ausgebrochen. Das Auto soll sodann auf den Gehweg geraten sein und ungebremst mit einer Geschwindigkeit von 60-65 Kilometern pro Stunde die zwei jungen Frauen erfasst haben.

Laut einem Gutachten hätte der Fahrer die Kollision vermeiden können, wenn er das extreme Fahrmanöver rechtzeitig abgebrochen hätte. Die 19-Jährige starb Tage später an schwersten Kopfverletzungen. Die 17-Jährige erlitt Knochenbrüche und innere Verletzungen.

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Die Staatsanwaltschaft wirft dem 25-Jährigen nun Mord, versuchten Mord, gefährliche Körperverletzung, ein verbotenes Autorennen mit Todesfolge und Straßenverkehrsgefährdung vor.

Nach dem Tod der jungen Frau wurden unzählige Blumen, Kerzen und Stofftiere an der Unfallstelle abgelegt.  © Federico Gambarini/dpa

Ermittler entdecken Videos von mehreren illegalen Autorennen auf Handy des Angeklagten

Zudem werden dem Mann fünf Fälle illegaler Autorennen zwischen 2022 und 2024 vorgeworfen, von denen die Ermittler Videos auf seinem Mobiltelefon entdeckten, wie sie mitteilten. Der Deutsche befindet sich in Untersuchungshaft. Sein Verteidiger ließ eine Anfrage zunächst unbeantwortet.

Das Wuppertaler Landgericht hat die Anklage zum Prozess zugelassen, der am Freitag genau neun Monate nach der Tat beginnt. Der Vorsitzende Richter Jochen Kötter hat bis Mitte März zehn Verhandlungstage angesetzt.

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