Prozess im Fall Kezhia (†19): Heute sagen die ersten Zeugen aus

Stendal - Im Prozess um die Anfang März auf brutale Art ermordete Kezhia (†19) sind für den heutigen Dienstag die ersten Zeugen geladen.

Am Landgericht Stendal sollen am heutigen Dienstag die ersten Zeugen im Fall der getöteten Kezhia (†19) aussagen.
Am Landgericht Stendal sollen am heutigen Dienstag die ersten Zeugen im Fall der getöteten Kezhia (†19) aussagen.  © Bildmontage: dpa, Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel

Insgesamt vier Zeugen werden vor dem Landgerichts Stendal angehört, drei davon sind Polizeibeamte, die die ersten Befragungen des späteren Verdächtigen durchgeführt hatten. Der Prozesstermin startete am Dienstag um 13 Uhr.

Die 19-jährige Kezhia soll am 4. März 2023 ermordet worden sein. Die Anklage wirft ihrem Ex-Freund Tino B. (42) vor, die Tat begangen zu haben.

B. soll über Jahre eine außereheliche intime Beziehung mit der 19-Jährigen geführt haben. Am 4. März habe er Kezhia laut Anklage mit einem Lieferwagen in einen Wald gefahren und dort mit ihr einvernehmlichen Sex gehabt. Währenddessen oder unmittelbar danach soll er die Frau erstochen haben. Es wurden 32 Stichverletzungen im Brustkorb und im mittleren Oberbauch gezählt.

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Für die Frau soll die Tat unvorhersehbar gewesen sein, sodass sie keine Gegenwehr leisten konnte. Der Angeklagte soll die Leiche zunächst auf einer Mülldeponie zwischengelagert und am 7. März in einem Kieswerk bei Bahrdorf in Niedersachsen verbrannt und die Überreste vergraben haben.

Nach der vermissten Frau war wochenlang gesucht worden, ihre Leiche wurde nach aufwendigen Ermittlungen gefunden.

Verteidigung von Tino B. beklagt Vorverurteilung

Die Verteidigung von Tino B. sieht ihren Mandanten einer Vorverurteilung ausgesetzt. Zu Beginn des zweiten Verhandlungstages forderten die Verteidigerinnen des angeklagten Mannes von Ermittlern, Gericht und Medien Sorgfalt, Gründlichkeit und Objektivität ein.

Es müssten die Rechtsstaatsprinzipien gelten wie die Unschuldsvermutung bis zu einer rechtmäßigen Verurteilung. In der Öffentlichkeit gelte ihr Mandant als der Täter, die Ermittlungen seien einseitig gelaufen und auch noch nicht abgeschlossen, beklagten die Verteidigerinnen.

Der Gesundheitszustand der 19-Jährigen habe kaum eine Rolle gespielt.

Der Prozess hatte am 19. September begonnen. Bis Dezember sind weitere Termine geplant.

Erstmeldung, 10. Oktober, 5.40 Uhr. Update um 14.50 Uhr.

Titelfoto: Bildmontage: dpa, Polizeirevier Altmarkkreis Salzwedel

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