Angeblich ging's um Blumenerde: Streit unter Bekannten endet beinahe tödlich

Görlitz - Die dramatischen Szenen vom Sommer 2025 in Bad Muskau haben nun ein Nachspiel am Landgericht Görlitz. Edmund R. (43) sitzt wegen versuchten Totschlags auf der Anklagebank. Der Pole hatte mit einer abgebrochenen Flasche einen 28-jährigen Einheimischen lebensgefährlich verletzt.

Polizisten suchten am Tatort im Sommer nach Spuren der Attacke.  © xcitepress/Pascal Gottschling

Edmund war an dem Tag mit dem späteren Opfer und anderen Bekannten im Café. Der Muskauer ging abends zur Haltestelle Berliner Straße, traf dort erneut auf den Polen.

"Er kam wie aus dem Nichts und ist wie besessen auf mich losgegangen", schilderte der Mann und war sicher: "Er wollte mich töten."

Ein Freund ging zwar dazwischen, bezog aber ebenfalls Prügel. Der Rettungshubschrauber brachte das am Hals schwer verletzte Opfer in die Klinik. Eine Not-OP rettete ihm das Leben.

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Noch immer leidet der Mann unter Panikattacken und Bewegungseinschränkungen. "Du hast mein Leben kaputt gemacht", sagte er im Gericht zum Angeklagten.

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Edmund hat angeblich keine Erinnerungen an die Tat

Der Pole Edmund R. (43) soll im Alkoholrausch einen Bekannten lebensgefährlich verletzt haben.  © kmk

Der hatte angeblich keine Erinnerungen an die Tat, dafür jedoch ein fragwürdiges "Motiv": Er habe das Opfer gesehen, als es im Supermarkt angeblich Blumenerde klauen wollte. Das habe ihm "missfallen" ...

Und Edmund zählte auf, was er am Tattag getrunken haben will: sechs Bier, eine Flasche Wein, eine Flasche Whisky und zwei Flaschen Pfefferminzlikör! Das wären laut Gutachter fast zehn Promille. "Mit dem Leben nicht vereinbar", so der Mediziner.

Der Staatsanwalt forderte vier Jahre und zehn Monate Haft für Edmund und dessen Unterbringung zum Alkoholentzug. Urteil folgt.

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