Zwickau - Arber K. (47) verübte in der Region um Zwickau, dem Erzgebirge und im Vogtlandkreis eine unfassbare Einbruchsserie: 33-mal versuchte er, in Ein- und Mehrfamilienhäuser einzubrechen - 22-mal gelang es ihm. Seit Dienstag läuft der Prozess am Landgericht Zwickau.
Wie bei Egon Olsen: Während Einwohner nachts schliefen, bohrte Arber im Jahr 2016 Löcher in die Fenster- und Türrahmen. Dann stieg er in die Häuser in Zwickau, Kirchberg, Wildenfels, Reinsberg, Zschorlau und Steinberg ein und durchsuchte Jacken, Schränke und Taschen nach Bargeld und Schmuck. Der Stehlschaden wird laut Anklage auf 36.000 Euro geschätzt.
"Ist nicht gut, was ich gemacht habe", sagte der Kosovare am Dienstag in gebrochenem Deutsch.
Das Motiv für seine Einbrüche: "Schnelles, steuerfreies Geld", so sein Verteidiger. Der ungelernte Seriendieb hatte sich seine Einbruchsfähigkeiten wahrscheinlich auf dem Bau angeeignet, wo er "schwarzgearbeitet" hatte.
Die Taten liegen fast zehn Jahre zurück - Arber sitzt allerdings erst seit Oktober 2025 in U-Haft.
Angeklagter saß schon in anderen Ländern ein
Warum die lange Verzögerung? Zum einen habe laut Staatsanwaltschaft die DNA-Auswertung an den Tatorten lange gedauert. Ein weiterer Grund: Arber saß noch bis 2020 in einem österreichischen Gefängnis - für ähnliche Taten.
Vor Gericht entwickelte sich am Dienstag das Bild eines Gewohnheitsverbrechers, der bereits in den Niederlanden, der Schweiz und Frankreich verurteilt wurde. In Deutschland saß der Vater dreier Kinder ebenfalls im Gefängnis.
Richter Uwe Zierold (62) stellte im Falle eines Geständnisses eine Freiheitsstrafe von drei Jahren und neun Monaten bis vier Jahren und drei Monaten in Aussicht. Arber wird also noch eine ganze Weile hinter Gittern bleiben. Am Mittwoch geht der Prozess weiter.