Erschütternder Prozess in Sachsen: Mann sollte auf Mädchen aufpassen - Was passierte dann?
Zwickau - Laut Anklage passte er auf die Tochter seiner Bekannten auf - und soll sich auf perverse Weise an dem Kind vergangen haben. Wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Schutzbefohlenen und Vergewaltigung steht Daniel B. (37) seit Mittwoch vor dem Zwickauer Landgericht.
Das Kind kannte Daniel B. von Bekannten. "Die Geschädigte wurde zu diesem Zeitpunkt mit dem Einverständnis der Mutter von dem Angeklagten betreut", so Staatsanwältin Angelina Kammerloher (35).
Einige Male übernachtete das Mädchen bei dem gelernten Zerspanungsmechaniker. Dabei soll es zu den Übergriffen gekommen sein.
Die Anklagepunkte sind erschütternd: In sechs Fällen soll der Angeklagte im vogtländischen Treuen im Zeitraum von 2022 bis 2025 unter anderem in die damals Acht- bis Elfjährige eingedrungen sein.
Zudem soll er sie mehrere Male geküsst haben. Das Opfer ist heute zwölf Jahre alt - Daniel B. befindet sich in U-Haft.
Deal zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung
Nach der Anklageverlesung gab es am Mittwoch ein Rechtsgespräch. Dies endete mit einem Deal zwischen Staatsanwaltschaft, Gericht und Verteidigung: Falls Daniel B. ein Geständnis ablegt, droht ihm ein Strafmaß zwischen dreieinhalb und viereinhalb Jahren.
Dabei ließ das Gericht laut Vorsitzendem Richter Dr. Jörg Burmeister (53) die Anklagepunkte mit dem Küssen fallen, da dies keine sexuelle Handlung darstelle.
Danach ließ sich Daniel B. zu den Vorwürfen ein - hinter verschlossenen Türen, um die Intimsphäre von Angeklagtem und Opfer zu wahren. Der Prozess wird am Donnerstag fortgesetzt.
Titelfoto: Bildmontage: Uwe Meinhold (2)
