Eskalation bei Personenkontrolle: Bekannter YouTuber aus Dresden bedrohte Polizisten!

Dresden - Da war dann Schluss mit lustig: Frederic S. (24) ist in Dresden den meisten wohl durch grenzwertige Sprüche und Saufgelage im Internet bekannt, zählt zum festen Kern einer berüchtigten YouTuber-Clique um Max H. (26). Trotz seiner Verbindungen zum Neonazi-Schlägertrupp "Freie Kameradschaft Dresden" (FKD) kam er bislang ohne Urteil davon. Das änderte sich am gestrigen Donnerstag vor dem Bautzner Amtsgericht.

YouTuber Frederic S. (24) musste sich wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.
YouTuber Frederic S. (24) musste sich wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte verantworten.  © Peter Schulze

Im Januar 2022 jagte die Polizei in Bautzens Niederkainaer Straße: "Es gab eine Körperverletzung", so Polizeihauptmeister Heiko K. (50). "Drei Tatverdächtige sollen sich vom Tatort entfernt haben." Diesen war bereits sein Kollege Matthias B. (39) hinterhergerannt.

Doch offenbar hatte Frederic S. wenig Lust, sich kontrollieren zu lassen. "Der zog sich etwas vor Gesicht und rief 'Verpiss' dich, du scheiß Bulle'", so der ebenfalls am Einsatz beteiligte Polizeibeamte Matthias B. "Dann lief er den Feldweg weiter."

Als der Beamte folgte, drehte er sich plötzlich um und kam auf den Beamten zu. Der Kollege setzte Pfefferspray ein. "Der war aufgebracht, ging auf den Kollegen los", so Heiko K.

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Von rechts kam dann noch Max H. aus der Dunkelheit, war allerdings nach einem Pfefferspraystoß der Beamten außer Gefecht.

Nicht so Frederic S. "Ich habe ihn aufgefordert, sich hinzulegen", sagt Heiko K. "Doch er kam rückwärts mit den Händen nach oben auf mich zu. Als ich die Hand auf seinen Rücken legte, schlug er. Ich konnte aber ausweichen."

Frederic S. selbst wiederum gibt an, sich kaum noch erinnern zu können: "Ich wollte nur aus der Situation raus", sagt er. "Mit der Schlägerei hatte ich nichts zu tun." Das Gericht verurteilte den Kraftfahrer zu 120 Tagessätzen zu je 45 Euro.

Titelfoto: Peter Schulze

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