Hausexplosion in Görlitz: Kupferdiebe wegen anderer Beutezüge vor Gericht

Görlitz - Die Hausexplosion in Görlitz: Im Mai stürzte plötzlich ein Wohnhaus an der James-von-Moltke-Straße ein. Drei Menschen (†25, †26, †48) starben in den Trümmern. Kurz danach nahm die Polizei Zolmai K. (33) und Bartosz K. (27) fest. Sie sollen laut den Fahndern im Haus an Rohrleitungen gesägt und damit die verheerende Explosion ausgelöst haben. Beide Beschuldigte sind für die Justiz keine Unbekannten. Sie saßen nun wegen anderer Delikte vorm Amtsrichter in Görlitz.

Bartosz K. (27) kassierte am Amtsgericht Görlitz ein Jahr Haft.  © kmk

So musste sich Bartosz verantworten, weil er im Supermarkt im Görlitzer Bahnhof Kaffee klaute. Als der Ladendetektiv ihn mit der 78-Euro-Beute stellte, wurde der Pole aggressiv.

Im Prozess gestand er, erklärte aber, er hätte unter Drogen gestanden und Angst vor dem Detektiv gehabt. Dennoch kassierte Bartosz ein Jahr Haft ohne Bewährung.

Zolmai dagegen hatte laut Anklage zwei Räder geklaut, wahlweise gehehlt. Weil der Afghane bestreitet, müssen weitere Zeugen gehört werden. Ein Urteil fällt Ende Juli. Allerdings stand er bei den Taten auch noch unter Bewährung. Inzwischen sitzt er die sechs Monate aus dem früheren Urteil zusätzlich ab.

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Nach beiden Kleinkriminellen hatte der Staatsanwalt nach der Hausexplosion öffentlich gefahndet.

Die Ermittler sind demnach überzeugt, dass Zolmai und Bartosz kurz zuvor in der Straße an den Haustüren prüften, ob sie zu öffnen sind, um in die Gebäude zu kommen. Mutmaßlich, um darin zu klauen. Möglicherweise Buntmetall, also auch Rohre der Gasleitung.

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Das Trümmerfeld des Hauses an der James-von-Moltke-Straße lässt die Wucht der Explosion erahnen.  © DPA

3-D-Modell soll prüfen, ob Kupferdiebe die Explosion auslösten

Zolmai K. (33, l.) ist der Justiz in der Lausitz bekannt. Auch er steht im Fokus der Ermittler für die Explosion von Görlitz.  © kmk

Das LKA prüft derzeit an einem 3D-Modell, das aus den Trümmern im Keller erstellt wurde, ob das Leitungssystem manipuliert wurde. Sprich: ob Kupferdiebe die Leitungen zersägten und damit die tödliche Explosion auslösten.

Verhaftet wurden Zolmai und Bartosz Anfang Juni aufgrund der (kleineren) Delikte, weshalb nun Prozesse am Amtsgericht Görlitz liefen. Auch, weil beide ohne festen Wohnsitz waren und so für die Fahnder bei möglichen Fragen kaum greifbar.

Nun dürften die zwei die nächste Zeit hinter Gittern und damit für die Kripo stets erreichbar sein. Ob sich der Verdacht wegen Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion mit Todesfolge bestätigt, wird sich zeigen.

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