Hauseinsturz mit drei Toten in Görlitz: MP Kretschmer meldet sich zu Wort

❤️
😂
😱
🔥
😥
👏

Görlitz - Nach dem Einsturz eines Wohnhauses in Görlitz ist die Vermisstensuche abgeschlossen. Drei Menschen kamen bei dem tragischen Unglück ums Leben.

Zwei Frauen und ein Mann haben den Hauseinsturz in Görlitz nicht überlebt.
Zwei Frauen und ein Mann haben den Hauseinsturz in Görlitz nicht überlebt.  © Sebastian Kahnert/dpa

Die beiden Rumäninnen Georgiana Rusu (†25) und Simona Marcu (†26) konnten nur noch tot aus den Trümmern geborgen werden.

Einsatzkräfte fanden am Donnerstagabend zudem eine dritte Leiche. Dabei könnte es sich um den Deutsch-Bulgaren Ahmed M. (†48) handeln.

Simonas Mutter war vor Ort. Sie zeigte sich "erstaunlich gefasst" und dankte den Helfern, wie der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (58, CDU) berichtete.

Umfrage-Knaller in Sachsen: AfD erreicht Rekordwert - CDU kollabiert
Sachsen Umfrage-Knaller in Sachsen: AfD erreicht Rekordwert - CDU kollabiert

Warum das Gründerzeithaus einstürzte, ist noch immer unklar. "Es geht jetzt langsam an die Ursachenforschung. Der Ereignisort wird nun peu à peu an die Polizei übergeben, unsere Kriminaltechniker werden ihre Arbeit aufnehmen", sagte ein Polizeisprecher.

TAG24 berichtet im Ticker über die Entwicklungen.

22. Mai, 12.39 Uhr: MP Kretschmer meldet sich zu Wort

Nach Abschluss der Vermisstensuche hat sich nun MP Michael Kretschmer (51, CDU) auf seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken zu Wort gemeldet.

"Drei Menschen haben bei dem schrecklichen Hauseinsturz ihr Leben verloren. Meine Gedanken sind bei den Angehörigen, Freunden und allen, die mit diesem schweren Verlust leben müssen", schreibt Sachsens Landeschef.

Sein besonderer Dank gelte den Feuerwehrleuten, den Helfern von THW, Polizei und Rettungsdienst, den Seelsorgern, den Einwohnern sowie den polnischen Unterstützern. "Die rund 150 Einsatzkräfte haben unter schwersten Bedingungen unermüdlich gearbeitet – oft bis an die Grenze der Belastbarkeit. Dieses Engagement verdient unseren tiefen Respekt und unsere große Dankbarkeit."

Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) hat seine Anteilnahme ausgedrückt.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (51, CDU) hat seine Anteilnahme ausgedrückt.  © Jens Kalaene/dpa

22. Mai, 10.34 Uhr: Kriminaltechniker begeben sich in Lebensgefahr

Bei einer Pressekonferenz sind am Freitagvormittag weitere Details zum Einsatzgeschehen verkündet worden.

So musste die kriminaltechnische Untersuchung des Tatorts in der Nacht unterbrochen werden, weil sich Giebelwände bewegt hatten, wie es vonseiten der Polizei hieß. Die Ermittler würden somit unter Lebensgefahr arbeiten.

Zum Kräfte-Aufgebot teilte die Feuerwehr mit, dass sich täglich zwischen 130 und 140 Kräfte an der Einsturzstelle befunden haben.

Bei einer Pressekonferenz haben sich Feuerwehr (l.) , Oberbürgermeister und Polizei den Fragen von Journalisten gestellt.
Bei einer Pressekonferenz haben sich Feuerwehr (l.) , Oberbürgermeister und Polizei den Fragen von Journalisten gestellt.  © Sebastian Kahnert/dpa

22. Mai, 7 Uhr: Stadtwerke arbeiten intensiv an Wiederversorgung

Die Görlitzer Stadtwerke wollen schnellstmöglich die Gasversorgung der betroffenen Haushalte wiederherstellen.

"So haben wir uns in Abstimmung mit der Einsatzleitung zu einer Sofortmaßnahme entschlossen, um die Wiederversorgung für einen Teil der betroffenen Gebäude zu beschleunigen", erklärte das Unternehmen. Insgesamt neun Häuser im Bereich zwischen der Blumen- und Emmerichstraße würden an eine parallel verlaufende zweite Leitung angebunden.

Die gekappte Leitung müsse dagegen bis zum Ende der Ermittlungsarbeiten außer Betrieb bleiben. Es würden daher Baumaßnahmen für einen neuen Hausanschluss vorbereitet. Dieser müsse vor Inbetriebnahme einer Dichtheitsprüfung unterzogen werden.

Der Blick auf die Einsturzstelle von hinten. Intensiv wird auch an der Wiederversorgung der umliegenden Haushalte gearbeitet.
Der Blick auf die Einsturzstelle von hinten. Intensiv wird auch an der Wiederversorgung der umliegenden Haushalte gearbeitet.  © Polizei Sachsen

22. Mai, 6.46 Uhr: Polizei warnt weiter vor erheblichen Verkehrseinschränkungen

Im Bereich der Einsatzstelle rund um die James-von-Moltke-Straße kommt es weiterhin zu erheblichen Verkehrseinschränkungen.

Auch das anstehende Pfingstwochenende werde davon betroffen sein, warnt die Polizei. "Reisenden in Richtung Polen werden Ausweichstrecken über Radmeritz, Hagenwerder und Ludwigsdorf empfohlen."

22. Mai, 6.35 Uhr: THW-Einsatz noch nicht beendet

Der THW-Einsatz an der Einsturzstelle dauert an.

"Auf Anforderung der Polizei erfolgt noch das Freilegen der Gasleitungen zur Beweismittelsicherung", schreibt der Dresdner Ortsverband auf seiner Facebook-Seite. Eine Bergungsgruppe und die Fachgruppe "Räumen" sei weiterhin vor Ort.

21. Mai, 20.18 Uhr: Retter bergen dritte Leiche

Traurige Gewissheit am Abend: Die Polizei meldet, dass eine dritte Leiche geborgen wurde. Da die Retter noch immer nach dem Deutsch-Bulgaren Ahmed M. (48) gesucht hatten, liegt der Verdacht nahe, dass es sich um ihn handelt.

Der Tote werde nun in der Rechtsmedizin untersucht, teilte ein Polizeisprecher mit. "Die Vermisstensuche ist jetzt beendet", fügte der Beamte hinzu.

21. Mai, 18.07 Uhr: Mutter der verstorbenen 26-Jährigen meldet sich zu Wort

Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) hat sich nach dem Fund der zweiten Frauenleiche, deren Mutter am Donnerstag vor Ort gewesen ist, zu Wort gemeldet.

"Heute war die Mutter dabei, erstaunlich gefasst", berichtete der 58-Jährige. Die Frau habe erwartet, dass eine schlimme Nachricht komme. Es habe ihn beeindruckt, dass sie sich für die Unterstützung der vielen Helfer bedankt habe. "Dass man in so einer Situation an so etwas denken kann, ist schon beeindruckend", fügte Ursu hinzu.

Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) betreut vor Ort die Angehörigen.
Der Görlitzer OB Octavian Ursu (58, CDU) betreut vor Ort die Angehörigen.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 16.44 Uhr: Hoffnung nimmt immer mehr ab

Nach dem Fund von zwei Frauenleichen glaubt kaum jemand daran, den vermissten Deutsch-Bulgaren (48) noch lebend retten zu können. Die Überlebenschancen unter dem riesigen Schuttberg gelten inzwischen als sehr gering.

Die Retter vermuten den 48-Jährigen im hinteren Teil des zerstörten Hauses. Notfallseelsorger sind derzeit vor Ort, um die Hinterbliebenen zu betreuen. Ein rumänischer Pfarrer aus Dresden sowie ein rumänisch-ukrainischer Pfarrer aus Zittau sind ebenso vor Ort.

Ein Mitarbeiter der Notfallseelsorge am Einsatzort. Nach dem Hauseinsturz in der ostdeutschen Stadt sind in den Trümmern die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.
Ein Mitarbeiter der Notfallseelsorge am Einsatzort. Nach dem Hauseinsturz in der ostdeutschen Stadt sind in den Trümmern die Leichen von zwei Frauen gefunden worden.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 15.28 Uhr: Retter entdecken zweite Frauenleiche

Laut der Görlitzer Polizei ist am Donnerstagnachmittag eine zweite Leiche aus den Trümmern geborgen worden.

Dabei handelt es sich um Simona Marcu (†26) aus Rumänien. Sie wurde demnach im vorderen Teil des zerstörten Hauses gefunden. "Seelsorger setzten gemeinsam mit dem Oberbürgermeister Octavian Ursu und dem Polizeiführer die Angehörigen über die Geschehnisse in Kenntnis", so die Polizei in einer Mitteilung.

Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.
Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten sich durch Trümmerteile des eingestürzten Hauses.  © Sebastian Kahnert/dpa

21. Mai, 14.57 Uhr: Unglücksursache noch immer nicht geklärt

Noch immer ist unklar, wie es zu dem Unglück kommen konnte.

"Aber es sieht nach einer Gasexplosion aus", so der Görlitzer Oberbürgermeister Octavian Ursu (58, CDU). Bereits wenige Stunden nach dem Einsturz des Hauses war laut der Görlitzer Polizei ein Gasleck entdeckt worden.

Titelfoto: Jens Kalaene/dpa

Mehr zum Thema Görlitz: