Laterne umgeflext, Schultüren verklebt: Halbstarke müssen zahlen

Wilsdruff/Dippoldiswalde - Alkohol ist kein guter Ratgeber! Diese Erfahrung mussten jüngst auch Markus W.* (17) und Lucas S. (22) aus Wilsdruff machen. Weil sie sternhagelvoll einen Laternenmast umflexten, saßen die beiden am gestrigen Dienstag auf der Anklagebank im Amtsgericht Dippoldiswalde.

Lucas S. (22) musste sich am gestrigen Dienstag wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten.
Lucas S. (22) musste sich am gestrigen Dienstag wegen gemeinschaftlicher Sachbeschädigung vor dem Amtsgericht Dippoldiswalde verantworten.  © Peter Schulze

"Das war reine Dummheit", gestand Lucas. Im August 2020 war der Mechatroniker gemeinsam mit seinem Freund nachts in Wilsdruff um die Häuser gezogen.

Volltrunken kam dem Duo eine wahnwitzige Idee: Während Markus Schmiere stand, ging Lucas einem Laternenmast auf dem Landbergweg mit einer Flex an den Kragen. Nur wenige Meter weiter musste ein Wegweiser dran glauben.

Doch damit nicht genug: Nur eine Nacht später zogen die halbstarken Burschen erneut los.

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Ihr Ziel: die Oberschule Wilsdruff, wo am nächsten Tag der Unterricht nach den Ferien wieder starten sollte. "Wir dachten, es wäre lustig, wenn alle vor verschlossenen Türen stehen", berichtet Markus, der dort 2019 seinen Realschulabschluss gemacht hatte.

"Deshalb haben wir die Türschlösser mit Bauschaum zugesprüht."

Geldstrafen für Alk-Flexer von Wilsdruff

Dieser Straßenlaterne am Landbergweg in Wilsdruff knipste das Duo nicht nur das Licht aus.
Dieser Straßenlaterne am Landbergweg in Wilsdruff knipste das Duo nicht nur das Licht aus.  © Peter Schulze
Die Tatwaffe: eine gestohlene Flex (Symbolbild).
Die Tatwaffe: eine gestohlene Flex (Symbolbild).  © imago images/Westend61

Weil Lucas erst im Juli 2020 wegen Diebstahls - darunter die Flex - vor Gericht stand, wurde er vom Richter zu einer Gesamtstrafe von 5400 Euro verurteilt.

Der minderjährige Markus kam nach Jugendstrafrecht mit 40 Sozialstunden davon. Außerdem muss er 300 Euro an den Opfer-Fonds Freital zahlen.

(*Name von der Redaktion geändert)

Titelfoto: Montage: Peter Schulze (2), imago images/Westend61

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