Zwickau - Alexander M. (68) attackierte während eines Saufgelages seinen Kumpel Petro H. (68) mit einem Messer - Stunden später starb das Opfer. Beim vorletzten Prozesstag gab ein Gutachter Einblick in das Seelenleben des Angeklagten, der sich ausschließlich über seine Arbeit definierte.
"Die Arbeit war für ihn die zentrale Säule in seinem Leben", erzählte der Sachverständige am Dienstag vor dem Zwickauer Landgericht über Alexander M.
Der in Kasachstan geborene Mann arbeitete bereits als Schlosser, Soldat, Forstarbeiter und Landwirt. Neben dem Beruf hatte Alexander aber noch eine weitere, fatale Leidenschaft: den Hang zum Alkohol.
So betrank er sich 2023 und 2024 in Videochats mit anderen Leuten - dabei waren sechseinhalb Liter Bier keine Seltenheit. Die Kombination aus Bier und Arbeitswahn führte dann wohl auch zu Alexanders Ausraster, als sein Saufkumpan Petro am 27. Juli 2025 verkündete, dass er für die Karriere keinen Deutschtest machen wollte und sich über den Schweißerberuf lustig machte.
Schließlich kam es zur Eskalation - und Alexander stach Petro mit einem Messer ins Herz. Trotz des exzessiven Bierkonsums sieht der Gutachter keine Dringlichkeit, Alexander in eine Entziehungsanstalt einzuweisen.
Als der Experte ihn auf das Warum ansprach, entgegnete der Zwickauer nur: "Es war alles der Scheiß Alkohol." Die Plädoyers und das Urteil in dem Totschlags-Prozess werden für den 22. April erwartet.