Trotz Geld-Angebot und tränenreicher Entschuldigung: Todes-Raser fährt jahrelang ein

Marienberg - Es war eine Tat von unvorstellbarer Verantwortungslosigkeit: Pierre R. (39) setzte sich vor rund einem Jahr besoffen ans Steuer seines Autos und fuhr frontal in einen entgegenkommenden Peugeot. Sowohl Fahrerin Celine W. (†29) als auch Beifahrerin Melanie R. (†42) überlebten den Unfall nicht. Am Montag fand der Gerichtsprozess statt.

Nach dem tödlichen Crash waren die beiden Unfallautos nur noch Wracks.  © Niko Mutschmann

Pierre R. wollte am Nachmittag des 20. August 2025 zum Pilzesammeln fahren. Was die gelernte Fachkraft für Lagerlogistik dabei ausblendete: Als Pierre ins Auto stieg, hatte er laut Staatsanwaltschaft rund acht Flaschen Bier intus - was bei seinem Körpergewicht einem Alkoholwert von 1,7 Promille entspricht.

Als Pierre gegen 16.27 Uhr auf der B 95 in Richtung Cunersdorf fuhr, nahm das Unheil seinen Lauf: Am Ende einer Linkskurve kam der Mercedes des Suff-Fahrers "auf einer Kuppe zunächst nach rechts von der Fahrbahn ab, geriet ins Schleudern und kollidierte frontal mit einem entgegenkommenden Pkw Peugeot", so der damalige Polizeibericht.

Als der Mercedes mit 115 Kilometer pro Stunde in den Peugeot bretterte, hatte dessen Fahrerin Celine W. (29) keine Chance - sie verstarb noch am Unfallort.

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Mitfahrerin Melanie R. (42) erlag ihren Verletzungen einen Tag später. Die weiteren Mitfahrer - Melanies Sohn (7) und Celines Nichte Jolina (20) - überlebten schwer verletzt.

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Sandra R. (37, r.) mit ihrer Mutter Kerstin (62). Sandra verlor ihre Schwester Melanie (†42) bei dem Unfall.  © Kristin Schmidt

Bereits 2016 wurde dem Täter der Führerschein abgenommen - wegen Drogen am Steuer

Josefine W. (40, l.) und ihre Tochter Jolina (20) verloren bei dem Unfall ihre Schwester bzw. Tante Celine (†29).  © Kristin Schmidt

"Es tut mir so unendlich leid, welches Leid ich über Ihre Familien gebracht habe", erklärt Todesfahrer Pierre R. am Montag den Angehörigen tränenüberströmt vor dem Amtsgericht Marienberg.

Laut Staatsanwaltschaft habe Pierre am 20. August "alles falsch gemacht, was man als Kraftfahrer falsch machen kann". Unfassbar: Bereits 2016 war ihm der Führerschein für ein Jahr abgenommen worden - wegen Drogen am Steuer.

Trotz eines Täter-Opfer-Ausgleichs von 35 000 Euro und einer Suchttherapie verurteilte das Schöffengericht den Suff-Fahrer zu einer Haftstrafe von drei Jahren wegen fahrlässiger Tötung. "Besser als Bewährung" lautet das knappe Fazit von Sandra Rauch, die ihre Schwester Melanie verlor.

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Jolina nimmt die Entschuldigung und das Zahlungsangebot des Todesfahrers nicht an: "Dafür hat er zu viel kaputt gemacht."

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Spenden-Schwindler

Im Zuge des Verkehrsunfalls mit den beiden getöteten Müttern war die Solidarität mit den Angehörigen immens.

Über die Plattform GoFundMe hatte Robby J. im Rahmen einer Spendenaktion 32 526 Euro eingenommen. Doch das Geld kam bei den Angehörigen nie an.

Laut Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein läuft das Verfahren gegen J. weiter. Dem Spendensammler wird Untreue zur Last gelegt.

Wann die Ermittlungen zu einem Ende kommen, ist noch nicht abzusehen.

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