Mord-Prozess nach Jaguar-Crash: Jetzt spricht der Mann, der das Pärchen zuletzt lebend sah

Stuttgart - Es war ein tragischer Vorfall! Am Aschermittwoch krachte in der Stuttgarter Rosensteinstraße ein 20-Jähriger mit einem geliehenen Jaguar in einen Kleinwagen. (TAG24 berichtete)

Das Wrack des Jaguars vor einer Gaststätte.
Das Wrack des Jaguars vor einer Gaststätte.  © SDMG

Die Insassen des Peugeot, ein junges Pärchen, Jaqueline (22) und Riccardo (25), waren sofort tot.

Inzwischen wird der Vorfall längst vor Gericht verhandelt.

Die Anklage heißt Mord, denn der 20-jährige Raser hatte kurz vor dem Aufprall noch satte 165 km/h auf dem Tacho, sodass man ihm vorwirft, den Tod der beiden Menschen in Kauf genommen zu haben. (TAG24 berichtete)

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Am Montag fand bereits der 12. Verhandlungstag des Prozesses statt, bei dem zuvor schon einige Tränen geflossen waren.

Auch an diesem 21. Oktober wurde es nicht weniger emotional, vor allem für die Eltern des verstorbenen Riccardos.

Wie die "Stuttgarter Nachrichten" berichteten, war es nämlich der Tag, an dem ihr Sohn 26 Jahre alt geworden wäre. Und zudem, sagte vor Gericht der Security-Mann aus, der Riccardo und Jaqueline als letztes lebend gesehen hatte.

In dem Kleinwagen (r.) saß das junge Pärchen, das sofort tot war. Links ist der Jaguar des inzwischen 21-Jährigen zu sehen.
In dem Kleinwagen (r.) saß das junge Pärchen, das sofort tot war. Links ist der Jaguar des inzwischen 21-Jährigen zu sehen.  © Kohls/SDMG/dpa

Der 45-Jährige arbeitete wie das junge Pärchen im Stuttgarter Kino Ufa-Palast.

"Kein Gramm Böses", beschrieb der Sicherheitsmann Jaqueline, mit der er sich kurz vor ihrem Tod noch unterhielt, so die "Stuttgarter Nachrichten".

Riccardo war zu diesem Zeitpunkt weg, er parkte den Wagen um, in welchem er kurze Zeit später schließlich verstarb.

Der Sicherheitsmann erzählte vor Gericht, er habe beiden noch einen guten Heimweg gewünscht, ehe er sich von beiden verabschiedete und zur Bushaltestelle laufen wollte.

Doch kurze Zeit später krachte es schon hinter ihm und es war geschehen.

Der 20-jährige Jaguar-Fahrer und sein 18-jähriger Beifahrer sind mit voller Wucht in den Kleinwagen von Riccardo und Jaqueline geprallt.

"Es war surreal. Die Straße war eben noch sauber gewesen, dann lagen da lauter Trümmerteile, es roch nach Benzin und Öl", zitieren die "Stuttgarter Nachrichten" den 45-jährigen Zeugen des Horror-Crashs.

Schnell hat er realisiert, dass seine Arbeitskollegen in den so schweren Unfall verwickelt waren und rannte zu ihrem Wagen.

Dort fand er das junge Pärchen nur noch tot vor. "Was habt Ihr getan, Ihr habt zwei Menschen umgebracht!“, soll er noch den Insassen des geliehenen Sportwagens entgegengerufen haben.

"Ich habe nichts gemacht", antwortete offenbar der 18-jährige Beifahrer.

Titelfoto: Kohls/SDMG/dpa

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