Russische Sabotage? Zwei mutmaßliche Agenten angeklagt
Von Jacqueline Melcher, Anne-Béatrice Clasmann
Karlsruhe/Stuttgart - Die Bundesanwaltschaft hat am Oberlandesgericht Stuttgart Anklage gegen zwei mutmaßliche Agenten Russlands erhoben.
Die beiden Ukrainer sollen im Auftrag eines russischen Nachrichtendienstes Pakete mit GPS-Trackern von Köln in Richtung Ukraine verschickt haben. Auf diese Weise sollten Versandrouten und Transportabläufe ausgeforscht und später Pakete mit Brandsätzen aufgegeben werden, so die Karlsruher Behörde.
"Solche Pakete sollten sich in Deutschland oder sonst auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine entzünden und möglichst großen Schaden verursachen, um das Sicherheitsgefühl der Bevölkerung zu beeinträchtigen", teilt die Bundesanwaltschaft weiter mit.
Die angeklagten Ukrainer hätten zugesagt, auch diese Paketversendungen zu übernehmen.
Die oberste deutsche Anklagebehörde wirft ihnen geheimdienstliche Agententätigkeit, Agententätigkeit zu Sabotagezwecken und Verabredung zur schweren Brandstiftung vor.
Bedrohungslage durch Spionage verschärft
Ein dritter Verdächtiger in dem Komplex wurde kürzlich aus der Schweiz nach Deutschland ausgeliefert und sitzt ebenso wie seine mutmaßlichen Komplizen in Untersuchungshaft. Auch gegen ihn solle zeitnah Anklage erhoben werden, wie die Bundesanwaltschaft mitteilte.
Seit dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine hat sich nach Einschätzung des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) die Bedrohungslage durch Spionage, Sabotage und Desinformation in Deutschland deutlich verschärft.
Eine Mischung staatlicher, staatlich gesteuerter sowie privater Akteure prägt demnach die nachrichtendienstliche Bedrohungslage durch Russland.
Titelfoto: Christoph Schmidt/dpa
