Drohnen-Spanner filmt in fremde Wohnungen: Polizei findet Kinderporno-Material
Tirschenreuth/Bamberg - Ein verdächtiger Drohnenflug im Norden von Bayern hat einen schweren Kriminalfall ans Licht gebracht. Ein 41-Jähriger sitzt unter anderem wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ohne Körperkontakt und des Besitzes von kinder- und jugendpornografischen Inhalten in Untersuchungshaft.
Am Montag gegen 19 Uhr meldete ein Anwohner des kleinen Dorfs Hardeck im oberpfälzischen Landkreis Tirschenreuth eine umherfliegende Drohne bei der Polizei. Gleichzeitig fiel ihm ein verdächtiges Auto auf. Das teilte die Staatsanwaltschaft Bamberg und das Polizeipräsidium Oberfranken mit.
Beamte der Polizeiinspektion Waldsassen machten das Fahrzeug wenig später ausfindig und kontrollierten den Fahrer. Bei ihm handelte es sich um einen 41-jährigen Deutschen aus dem Landkreis Bamberg.
Im Auto machten die Ermittler den ersten brisanten Fund: eine Drohne, bei der sämtliche Lichter abgeklebt waren.
Als die Beamten die gespeicherten Aufnahmen sichteten, wurde das Ausmaß klar. Der Mann soll heimlich durch fremde Wohnungsfenster gefilmt und dabei tief in den höchstpersönlichen Lebensbereich der Bewohner eingegriffen haben.
Polizei warnt: Drohnenaufnahmen können gravierende strafrechtliche Konsequenzen haben
Die zunächst zuständige Staatsanwaltschaft Weiden ordnete daraufhin die Durchsuchung der Wohnung des Mannes an. Dort machten die Einsatzkräfte der Polizeiinspektion Bamberg-Land eine noch schwerwiegendere Entdeckung: Mehrere Datenträger mit kinder- und jugendpornografischen Inhalten wurden sichergestellt.
Nach Angaben eines Polizeisprechers soll der Mann auch selbst kinderpornografische Inhalte angefertigt haben. Drohnenaufnahmen waren laut einem Sprecher der Staatsanwaltschaft nicht darunter.
Der Tatverdächtige wurde festgenommen. Nach Übernahme des Verfahrens durch die Staatsanwaltschaft Bamberg führte man ihn einem Ermittlungsrichter vor. Dieser erließ Untersuchungshaftbefehl. Die Ermittlungen führt die Kriminalpolizei Bamberg.
Die Polizei Oberfranken warnt in diesem Zusammenhang eindringlich: Drohnenaufnahmen können massiv in die Privatsphäre eingreifen und haben im Falle von Missbrauch gravierende strafrechtliche Konsequenzen.
Titelfoto: Jan Woitas/dpa

