Ex-Soldat spricht über sexuellen Übergriff in der US-Army: "Ich habe mir nichts dabei gedacht"

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White Sands (New Mexico/USA) - Jahrelang schwieg der Veteran Jon über jene grauenvolle Tat, die ihm während seiner Zeit im US-Militärdienst widerfuhr: Während eines Einsatzes wurde der Familienvater sexuell belästigt und unsittlich berührt. Nun fasste der ehemalige Soldat Mut und ging mit seiner Geschichte an die Öffentlichkeit.

Vor wenigen Tagen entschloss sich der ehemalige Soldat, seine Geschichte öffentlich zu machen – in der Hoffnung, anderen Menschen zu helfen.
Vor wenigen Tagen entschloss sich der ehemalige Soldat, seine Geschichte öffentlich zu machen – in der Hoffnung, anderen Menschen zu helfen.  © Fotomontage/Screenshot/TikTok/stupidgrunt

Wie Jon in einem kürzlich veröffentlichten TikTok-Video erklärte, ereignete sich der Vorfall 2020 in White Sands (New Mexico). Nach einer nächtlichen Mission kehrte der junge Mann völlig erschöpft zu seiner Basis zurück - ohne zu wissen, was auf ihn wartete.

"Ich bin mit meiner kompletten Ausrüstung ins Badezimmer gegangen", berichtete er. Jon war gerade dabei, seinen Einsatzgürtel sowie Ausrüstungsbeutel abzulegen, als plötzlich ein ziviler Auftragnehmer an dem ehemaligen Soldaten vorbeilief. "Ich habe mir nichts dabei gedacht", erinnerte sich Jon.

Wenige Minuten später legte der Familienvater seine Ausrüstung nieder und stand nur noch in leichter Kleidung da. Als er sich anschließend nach vorne beugte, um am Wasserspender etwas zu trinken, änderte sich die Situation schlagartig.

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"Der Mann näherte sich von hinten, hielt mich fest, schob seine Hand zwischen meine Beine und fragte mich, ob ich ein 'schwuler Army-Boy' sei". Im ersten Moment wusste Jon nicht wie ihm geschieht.

Kurz darauf brachte er ein "Was zur Hölle" heraus. Der Familienvater rannte aus dem Badezimmer, um es seinen Kameraden zu erzählen. Doch statt ihr Team-Mitglied zu unterstützen, reagierten sie anders als erhoffte.

"Sie lachten mich aus und machten sich über den Vorfall lustig", erzählte er schweren Herzens. Nur wenige Augenblicke später sei der mutmaßliche Täter ebenfalls nach draußen geeilt, um Jon zu suchen. "Er bot mir ein Bier an. Doch ich hatte so sehr Angst vor dem Mann, dass ich es ablehnte".

Trotz langer Zeit: Das Erlebte lässt Jon nicht ganz los

Binnen einer Stunde musste der mutmaßliche Täter den Einsatzort verlassen. (Symbolfoto)
Binnen einer Stunde musste der mutmaßliche Täter den Einsatzort verlassen. (Symbolfoto)  © HANDOUT / PRESS SERVICE OF THE 93RD KHOLODNYI YAR SEPARATE MECHANIZED BRIGADE / AFP

Schließlich wandte sich Jon an den Leiter der Einsatzgruppe. "Mein Vorgesetzter schreckte auf, suchte den Auftragnehmer und machte ihn zur Sau". Bereits am nächsten Tag musste der Mann die Einheit verlassen. "Der Major sagte dem Auftragnehmer, dass er innerhalb einer Stunde seine Sachen packen und verschwinden solle".

Trotz der langen Zeit erinnere sich der Veteran immer noch an den Vorfall zurück. "Ich habe darüber nie wirklich gesprochen, außer mit ein paar Leuten, mit denen ich beim Militär war", schrieb er unter seinem Post.

Heute möchte der Familienvater anderen Mut machen. "Nachdem ich es herausgelassen hatte, ging es mir viel besser."

Titelfoto: Fotomontage/Screenshot/TikTok/stupidgrunt/HANDOUT / PRESS SERVICE OF THE 93RD KHOLODNYI YAR SEPARATE MECHANIZED BRIGADE / AFP

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