Fast zwei Millionen kinderpornografische Inhalte: Fehler bei Anklage gegen Thüringer Richter
Von Thomas Strünkelnberg
Hannover/Erfurt - Nach dem Fund von über 1,8 Millionen Dateien mit Darstellungen sexuellen Missbrauchs von Kindern bei einem Thüringer Richter hat die Staatsanwaltschaft Hannover einen Fehler eingeräumt.
Über die Ermittlungen gegen den 62-Jährigen sei das Justizministerium in Thüringen nicht, wie eigentlich geplant, bereits im Mai 2025 informiert worden, sagte ein Sprecher der Behörde. Der Jurist lebt in Niedersachsen.
Ein entsprechendes Schreiben sei zwar verfasst und eine Abschrift an das niedersächsische Justizministerium gesandt, das für Thüringen bestimmte Original aber sei wegen eines "Büroversehens" nicht verschickt worden, sagte der Sprecher. So sei das Thüringer Ministerium erst mit Erhebung der Anklage informiert worden. Zuvor hatten mehrere Medien berichtet.
Laut einem MDR-Bericht verwies das Thüringer Justizministerium darauf, erst am 4. Juni dieses Jahres von der Staatsanwaltschaft Hannover offiziell über die Anklageerhebung gegen den Richter informiert worden zu sein.
Am 15. Juni wurde demnach vom Ministerium ein Disziplinarverfahren gegen den Richter eingeleitet. Nach Anforderung weiterer Unterlagen beim Landgericht Hannover stellte das Ministerium laut Bericht Mitte Juli einen Antrag auf vorläufige Dienstenthebung des Mannes. Nach früheren Angaben des Landgerichts Hannover wird dem 62-Jährigen der Besitz von kinder- und jugendpornografischen Schriften vorgeworfen.
Bei einer Durchsuchung wurden laut Staatsanwaltschaft Hannover rund 1,7 Millionen kinderpornografische und etwa 150.000 jugendpornografische Dateien gefunden, diese enthielten schweren sexuellen Missbrauch an Säuglingen und Kindern.
Titelfoto: Arne Dedert/dpa
