São Paulo (Brasilien) - Bei der Operation "Anschnallen!" auf dem Flughafen der brasilianischen Metropole São Paulo klickten nicht nur die Sicherheitsgurte der Fluggäste, sondern auch die Handschellen an den Handgelenken des Piloten Sérgio Antônio Lopes (60).
Dem 60-Jährigen wird laut einem Bericht der brasilianischen Nachrichtenagentur "Agência Brasil" vorgeworfen, über mindestens acht Jahre hinweg Teil eines Netzwerkes gewesen zu sein, das an der Ausbeutung von Kindern und der Anfertigung sowie Verbreitung von kinderpornografischem Material beteiligt war.
Im Rahmen der Operation "Anschnallen!" zur Bekämpfung von Pädophilie ist die staatliche Polizei derzeit auf den Straßen von São Paulo unterwegs.
Am vergangenen Montag erfolgte dann der Zugriff auf dem Flughafen São Paulo-Congonhas. Lopes war gerade dabei, sein Flugzeug für einen Flug nach Rio de Janeiro vorzubereiten, als ihn die Ordnungshüter noch im Cockpit der Maschine verhafteten.
Wie das Nachrichtenportal "G1" berichtete, gab der Angeklagte in einem Gespräch mit dem Gericht zu, die Mädchen, die auf den Aufnahmen zu sehen waren, zu kennen.
Die Polizei beschlagnahmte zudem sein Handy, auf dem sie ebenfalls belastendes Material fand. Bislang konnten die Beamten sechs der Opfer ausfindig machen und identifizieren. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern jedoch weiterhin an.
Erst durch die Anzeige der Mutter eines elfjährigen Mädchens sind die Ermittler dem Pädo-Piloten auf die Schliche gekommen.
Großmutter soll Enkelinnen an Pädo-Piloten verkauft haben
Neben dem 60-jährigen Piloten sitzt jedoch auch eine 55-jährige Frau auf der Anklagebank. Sie wird beschuldigt, ihre Enkelinnen im Alter von 10, 12 und 14 Jahren an Lopes und somit an den Pädophilen-Ring verkauft zu haben.
Die Polizei teilte der Nachrichtenagentur demnach mit, dass die Mädchen in dieser Zeit "schwer misshandelt und sexuell ausgebeutet" wurden.