Junge Mutter flüstert Taxifahrer fünf Worte zu, die sie vor ihrem Ex retten

Warrington (England) - Eine Frau in England brachte sich heimlich und mit nur fünf Worten vor ihrem gewalttätigen und besitzergreifenden Ex-Partner in Sicherheit. Vorher hatte er sie sechs Stunden lang attackiert und brutal geschlagen. Sie habe um ihr Leben gefürchtet.

Eine junge Frau in England wurde rund sechs Stunden von ihrem Ex-Partner misshandelt, bevor sie flüchten konnte. (Symbolbild)
Eine junge Frau in England wurde rund sechs Stunden von ihrem Ex-Partner misshandelt, bevor sie flüchten konnte. (Symbolbild)  © 123rf.com/bialasiewicz

Es war das letzte Mal, dass dieser Mann sie angreifen sollte! Als Daniel Little im vergangenen Dezember in das Haus seiner früheren Partnerin Rosie Frankish (26) in Warrington eingedrungen war und sie abscheulich quälte, hatte die zweifache Mutter große Angst, dass er sie umbringen könnte.

Wie das Nachrichtenportal Liverpool Echo berichtet, zerrte der 33-Jährige die junge Frau schließlich in ein Taxi. Sie trug lediglich ihren Pyjama und war mit Urin und Hundekot bedeckt, mit dem der Mann sie beschmiert hatte. "Ich dachte, er würde mich in dieser Nacht töten. Ich hatte danach monatelang blaue Flecken", sagte Rosie.

Die Taxifahrt habe nur "etwa zehn Minuten gedauert, aber es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Meine Gedanken rasten, ich dachte daran, mich auf die Straße zu werfen oder aus dem Fenster um Hilfe zu schreien", sagte Rosie.

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Doch dann stieg Daniel für eine Raucherpause aus dem Wagen aus. "Ich blieb im Taxi und ohne mein Gesicht zu bewegen, sagte ich zum Fahrer 'Fahr einfach. Geh einfach. Jetzt'", beschrieb sie die Situation.

Der Taxifahrer trat aufs Gas. Daniel habe sich noch am Türgriff festgehalten und versucht, wieder in das Auto zu steigen.

Rosie: "Ich bin gerade noch entkommen. Ich möchte, dass jede Frau da draußen sein Gesicht sieht und weiß, wozu er fähig ist."

Der Mann bestand darauf, sich geändert zu haben

In einem Taxi konnte die Frau vor ihrem Peiniger fliehen. (Symbolbild)
In einem Taxi konnte die Frau vor ihrem Peiniger fliehen. (Symbolbild)  © 123rf.com/stocksnapper

Kennengelernt hat sich das Paar vor siebeneinhalb Jahren. Rosie war gerade schwanger, hatte sich aber vom Vater des Kindes getrennt. Der acht Jahre ältere Daniel schien ihr in dieser Lage Freundschaft und Geborgenheit zu bieten. Er sei liebenswürdig gewesen, machte Komplimente und war witzig.

Als das Baby auf die Welt kam, habe er sie weiter unterstützt. Beide wurden ein Paar, zogen zusammen und bekamen ein Jahr später ihr gemeinsames Kind. Doch schon während ihrer Schwangerschaft habe sich ihr Partner verändert. Als Rosie im dritten Monat war, habe er sie während eines Streits an den Haaren gepackt.

Trotzdem tat sie alles, um ihre Beziehung zum Wohle der beiden Kinder zu retten. Doch Daniel sei zunehmend eifersüchtiger und gewalttätiger geworden und kontrollierte seine Freundin. Sogar von ihrer Familie und ihren Freunden habe er sie entfremdet.

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2020 hielt Rosie es nicht mehr aus und beendete die Beziehung. Zwei Jahre lang habe ihr Ex immer wieder Kontakt zu ihr gesucht und wollte die Kinder sehen. Er habe darauf bestanden, sich geändert zu haben. Er hätte einen Job und sei ruhiger geworden.

Vorsichtig ließ Rosie sich wieder auf ihn ein. Anfangs habe das gut geklappt. Doch dann fiel der Mann in seine alten Verhaltensmuster zurück.

"Es war Folter", sagte Rosie

Der gewalttätige Ex-Partner der Frau war bereits mehrfach vorbestraft. (Symbolbild)
Der gewalttätige Ex-Partner der Frau war bereits mehrfach vorbestraft. (Symbolbild)  © 123rf.com/kupparock

Die junge Frau hielt sich nun zurück. Die Kinder durfte er nur noch unter Aufsicht einer anderen Person sehen - ohne seine Ex-Partnerin. Daniel sei deshalb durchgedreht, griff einen Fremden an und wurde verhaftet. Als er im vergangenen Dezember aus dem Gefängnis entlassen wurde, ging er nachts zu Rosies Haus und drang gewaltsam ein.

Daniel habe Rosie an der Kehle gegen den Kühlschrank gedrückt, bevor er sie dagegen schleuderte. Dann zerrte er sie nach oben ins Schlafzimmer, wo er sie immer wieder trat und schlug. Zwischendurch habe er die Frau gezwungen, ihn zu umarmen. "Es war Folter", sagte sie.

Weil Frankishs Hund während der ganzen Zeit nicht raus durfte, um sein Geschäft zu machen, machte er sein Häufchen auf die Fliesen im Bad. "Daniel hat mir den Kot direkt ins Gesicht geschmiert. [...] Ich war so aufgebracht und verängstigt, dass ich mich nass machte und er mich nicht umziehen ließ."

Fast sechs Stunden später verkündete Daniel, dass er nach Hause fahren wolle, um Kleidung zu holen. Rosie rief ihm ein Taxi und hoffte, dass er sie nun in Ruhe lassen würde. Doch stattdessen zerrte er sie in den Wagen.

Als das Taxi kurz hielt und ihr Peiniger ausstieg, nutzte Rosie ihre Chance. Der Fahrer brachte sie zur Polizeistation, dort wurde ihr geholfen. Sie wurde mit schweren Schnittwunden, Blutergüssen und Prellungen am ganzen Körper in ein Krankenhaus gebracht. Zudem hatte sie ein blaues Auge und ein vermindertes Hörvermögen im linken Ohr.

Daniel Little wurde festgenommen. Er hatte bereits 17 Vorstrafen wegen 34 Straftaten. In der vergangenen Woche wurde er zu drei Jahren und sieben Monaten Gefängnis verurteilt.

Titelfoto: 123rf.com/bialasiewicz

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