Mann vergewaltigt Tochter über Jahre: Schwiegersohn spricht von "fantastischem Vater"

Dublin (Irland) - Kann das wirklich wahr sein?

Eine Frau steht vor dem Trümmerhaufen ihres Lebens. Den Täter scheinen alle zu mögen. (Symbolbild)
Eine Frau steht vor dem Trümmerhaufen ihres Lebens. Den Täter scheinen alle zu mögen. (Symbolbild)  © 123RF/eakmoto

Ein Familienvater (62) aus dem irischen Dublin hat seine Tochter 16 Jahre lang regelmäßig sexuell missbraucht, erniedrigt und vergewaltigt. Dennoch wollen weder die Geschwister noch ihre Mutter etwas von alldem mitbekommen haben. Besonders positiv fällt die Kritik vom Schwiegersohn des Mannes aus, der von einem "fantastischen Vater" spricht.

Doch vor dem Zentralen Strafgerichtshof in Dublin kam nun ein ganz anderes Bild des Angeklagten zutage.

Der zeigte sich geständig, sein eigenes Kind ab dem Alter von sieben Jahren auf verschiedene Arten sexuell missbraucht zu haben, berichtete vergangene Woche die Irish Times.

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Der Angeklagte hat die Taten demnach zwischen 1990 und 2006 begangen. Nahezu alle Übergriffe ereigneten sich im Haus der Familie in Dublin.

Besonders grausames Detail: Sogar mit einer Schleifmaschine missbrauchte er das wehrlose Kind mehrfach!

Mutter will nichts gewusst haben

Trotz dieser Horror-Enthüllungen teilten die Anwälte des Mannes dem Gericht mit, dass dessen Frau und dessen andere Kinder zu ihm stünden.

Richter Paul McDermott sagte am vergangenen Dienstag, dass die entsetzliche Demütigung und Erniedrigung des Opfers, die fortgeführte und dauerhafte Manipulation seiner Tochter durch den Angeklagten der vollständige Vertrauensbruch seien. Er sprach außerdem davon, dass der Fall zur schwersten Kategorie von Sexualdelikten und Vergewaltigung gehöre.

Strafmildernd wirkten sich laut dem Richter die Schuldbekenntnisse des Angeklagten aus, der ebenfalls Reue zeigte. Doch der Mann selbst scheint nicht so recht zu begreifen, was er seinem Kind angetan hat. Richter McDermott erklärte, dass die Akzeptanz des Angeklagten langsam sei und sich noch entwickele.

Die Mutter des Opfers habe erst 2013 von dem Missbrauch erfahren, über den sie von ihrer Tochter per SMS informiert wurde. "Ich kann nicht glauben, dass das passiert ist. Ich liebe dich sehr und unterstütze dich voll und ganz", habe ihre Antwort gelautet.

Wie die eigene Mutter über 16 Jahre lang einen derart schweren Missbrauch nicht mitbekommen haben will, wurde vor Gericht nicht geklärt. Klare Fakten schuf dafür die Verurteilung des Täters: 12 Jahre Gefängnis, davon die letzten 18 Monate auf Bewährung.

Titelfoto: 123RF/eakmoto

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