Mehr Fälle von Kindesmissbrauch in Sachsen - und Dunkelziffer wohl noch viel höher
Von Birgit Zimmermann
Leipzig/Berlin - Die Polizei hat im vergangenen Jahr erneut mehr Missbrauchsfälle bei Kindern registriert. Die Zahlen stiegen sowohl deutschlandweit als auch in Sachsen an, wie aus dem Bundeslagebild "Sexualdelikte zum Nachteil von Kindern und Jugendlichen" des Bundeskriminalamts (BKA) und den Polizeilichen Kriminalstatistiken in Sachsen hervorgeht.
2025 wurden im Freistaat 900 Fälle des sexuellen Missbrauchs von Kindern erfasst. 2024 waren es 871 Fälle und im Jahr davor 722. Bundesweit zählte die Polizei im vorigen Jahr 17.126 Missbrauchsfälle - rund 770 mehr als 2024.
Dagegen sind die Fallzahlen bei Verbreitung, Erwerb, Besitz und Herstellung von Kinderpornografie in Sachsen schwankend. Voriges Jahr wurden 1663 Fälle erfasst. 2024 waren es rund 200 weniger (1462), 2023 dafür ungefähr 200 mehr (1868).
In ganz Deutschland wurden im vergangenen Jahr 41.677 Fälle von Kinderpornografie gezählt.
Die Statistiken spiegeln nur die der Polizei bekannt gewordenen und durch sie bearbeiteten Straftaten wider - das sogenannte Hellfeld. Die Zahlen sind daher auch vom Anzeigeverhalten beeinflusst. Die Ermittlungsbehörden gehen von einem großen Dunkelfeld aus.
Zu sämtlichen Delikten sexueller Gewalt gegen Kinder wurden bundesweit im vorigen Jahr 12.823 Tatverdächtige ermittelt - ein Plus von 467 im Vergleich zu 2024. Laut Polizei handelt es sich hauptsächlich um männliche, alleinhandelnde Tatverdächtige.
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