Cold Case Peggy: Seit 25 Jahren fehlt von einem Täter jede Spur
Von Kathrin Zeilmann
Lichtenberg/Bayreuth - Suchtrupps, Bundeswehr-Tornados, ein tränenreicher Appell der Mutter - alles vergeblich. Vor 25 Jahren, am 7. Mai 2001, verschwand im kleinen Ort Lichtenberg ganz im Norden Bayerns das Mädchen Peggy.
Jahrelang wusste man nicht, wo ihre Leiche war. Und was genau mit Peggy geschehen ist - das weiß man bis heute nicht.
Der Fall Peggy zählt zu den bekanntesten Cold Cases der Republik. Zahlreiche True-Crime-Formate haben sich schon am Schicksal des Mädchens abgearbeitet: Gab es Unregelmäßigkeiten bei den Ermittlungen? Gibt es eine bis dato unentdeckte Spur? Wie und wann und vor allem durch wen kam Peggy zu Tode?
Die Akten in dem an Irrungen und Wirrungen reichen Fall sind geschlossen.
"Derzeit gibt es keinerlei weitere Ermittlungsansätze", teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Bayreuth mit.
Es sei derzeit auch nicht denkbar, dass durch etwaige neue Untersuchungsmöglichkeiten frische Erkenntnisse gewonnen werden könnten. "Es wurde alles bereits unternommen."
Das Mädchen verschwand im Mai 2001 auf dem Heimweg nach der Schule im oberfränkischen Lichtenberg im Landkreis Hof spurlos. Zahlreiche Suchaktionen blieben erfolglos, zahlreiche Ermittlungsansätze liefen ins Leere.
Auch eine Pressekonferenz, die Peggys Mutter in Tränen aufgelöst wenige Tage nach dem Verschwinden ihrer Tochter gab, brachte keine Ergebnisse.
Immer wieder werden Altfälle doch noch geklärt
Dann aber präsentierten die Ermittler einen Tatverdächtigen - einen jungen, geistig eingeschränkten Mann aus Lichtenberg.
Er wurde verurteilt, kam aber Jahre später nach einem Wiederaufnahmeverfahren frei.
2016 wurde endlich Peggys Leiche gefunden. Ein Pilzsammler entdeckte die sterblichen Überreste in einem Waldstück in Thüringen.
Kurzzeitig geriet ein weiterer Mann ins Visier von Polizei und Staatsanwaltschaft, doch auch hier ließ sich der Verdacht nicht erhärten. Ein Versuch von Peggys Mutter, von dem Mann Schmerzensgeld zu bekommen, scheiterte vor Gericht.
Dass bei Cold Cases - also lange ungelösten Kriminalfällen - die Akten doch wieder geöffnet werden, kommt immer wieder vor.
So beginnt just am 7. Mai - also 25 Jahre nach Peggys Verschwinden - in Aschaffenburg ein Mordprozess in einem vier Jahrzehnte alten Fall: Ein Mann steht vor Gericht, weil er 1984 eine 19-Jährige erdrosselt haben soll.
In Schwaben und Mittelfranken haben Ermittler den Mord an einem zwölfjährigen Mädchen nahe Fürth vor etwa 50 Jahren wieder aufgerollt, weil sie einen Zusammenhang mit einem ähnlichen Fall im Allgäu vermuten.
Titelfoto: Montage: Marcus Führer/dpa + David-Wolfgang Ebener/dpa

