Cold Cases Marion Baier und Sonja Hurler: Tötete der Mörder noch weitere Mädchen?

Von Irena Güttel

München - Zwei ungeklärte Sexualmorde an Mädchen in der Nacht nach Dorffesten, dazwischen liegen acht Jahre und etwa 250 Kilometer - tötete der Mörder von Marion Baier und Sonja Hurler möglicherweise weitere Opfer?

Ermittler arbeiten weiter am Cold Case "Marion Baier".  © Daniel Löb/dpa

Diese Frage beschäftigt nicht nur die Ermittler in Mittelfranken und im Allgäu, wo die beiden Mädchen vor etwa 50 Jahren gewaltsam ums Leben kamen. Auch Dirk Schinke und seine Kollegen von der Operativen Fallanalyse (OFA) am Polizeipräsidium München prüfen Verbindungen zu anderen Verbrechen.

"Die Wahrscheinlichkeit ist natürlich gegeben, dass es weitere Opfer gibt", sagt der Kriminalhauptkommissar. Schinke und seine Kollegen sind Fallanalytiker - auch Profiler genannt.

Mehr als 40 Tötungs- und Sexualdelikte gibt es laut Schinke deutschlandweit, von Karlsruhe über Düsseldorf bis Schleswig-Holstein, die die OFA und die Ermittler auf Zusammenhänge mit den beiden Morden in Bayern überprüfen.

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Allerdings können sie nur mit Fällen arbeiten, in denen es noch Asservate - also Beweismittel wie Tatwaffe oder Kleidung - gibt, auf denen sich möglicherweise DNA-Spuren befinden oder die konkrete, erfolgversprechende Ansätze bieten.

"So arbeiten wir uns von Fall zu Fall", erläutert Schinke.

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Sonja Hurler (†13) wurde nach einem Dorffest getötet. (Archivfoto)  © -/Polizeipräsidium Schwaben Süd/West/dpa

Serientäter morden regional

Dank einer DNA-Analyse gibt es Jahrzehnte nach den Morden an Marion Baier (12) im Jahr 1973 in Oberasbach und Sonja Hurler (13) im Jahr 1981 in Kempten einen Durchbruch. DNA-Spuren auf einer Bluse von Marion stimmen mit denen aus dem Mordfall Sonja Hurler überein. In beiden Fällen gehen die Ermittler von Sexualmorden aus.

Die Polizei hält es für möglich, dass der Täter noch lebt. Er könnte damals jung gewesen sein und Marion gekannt haben. Beide Mädchen wurden vermutlich zufällig getötet, als sie nachts allein unterwegs waren. Die Ermittler vermuten spontane Taten und prüfen einen möglichen Serienzusammenhang.

Profiler Schinke erklärt, dass Serientäter meist regional agieren. Die rund 250 Kilometer zwischen den Tatorten könnten durch einen Umzug des Täters wegen Ausbildung oder Beruf entstanden sein. Dennoch gehen die Ermittler in beiden Fällen von einem lokalen Täter aus.

Früher habe es mehr Sexualmorde gegeben als heute. Schinke vermutet, dass das Internet Täterfantasien auffängt. Zudem würden Serientäter heute in Europa meist früher erkannt und häufig bereits nach der zweiten Tat gefasst.

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