Er verkaufte dem Killer von Stade die Waffe: Polizei nimmt Berliner fest
Stade/Berlin - Nach dem sechsfachen Mord in einer Jugendfürsorgeeinrichtung in Stade (Niedersachsen) Ende Juni hat die Polizei am Montag den Verkäufer der Schusswaffe in Berlin festgenommen.
Wie die Polizeiinspektion und die Staatsanwaltschaft Stade am Dienstag mitteilten, ist den Ermittlern ein Durchbruch im Fall des sechsfachen Mordes an Mitarbeitern der Jugendfürsorgeeinrichtung gelungen.
Demnach konnte der Verkäufer der am 29. Juni genutzte Waffe ermittelt werden. Die Spur führte nach Berlin, wo der mutmaßliche Täter (†45) einige Tage vor der Tat die Waffe erworben haben soll.
Am frühen Montagmorgen erfolgte der Zugriff durch Spezialeinsatzkräfte, Beamte der Stader Mordkommission und Kräfte der Berliner Polizei.
Der 49-jährige Beschuldigte habe sich laut Mitteilung widerstandslos festnehmen lassen. Er wurde anschließend in den Stader Polizeigewahrsam überführt, wo er vernommen wird.
Eine Haftrichterin verkündete einen Untersuchungshaftbefehl. Der 49-Jährige wurde inzwischen in eine niedersächsische Justizvollzugsanstalt überführt.
Die Ermittlungen dauern an.
Mutmaßlicher Täter tot in Zelle gefunden
Der 45-Jährige soll Ende Juni in der Jugendhilfeeinrichtung mit Mutter-Kind-Wohngruppe sechs Menschen erschossen haben.
Unter den Opfern befanden sich Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Jugendamtes Hannover und der Stader Einrichtung.
Die Ermittler vermuten, dass der Hintergrund der Tat ein Sorgerechtsstreit um die zur Tatzeit drei Monate alte Tochter des mutmaßlichen Schützen ist.
Der Mann wurde festgenommen und kam in Untersuchungshaft. Am 21. Juli wurde der Tatverdächtige tot in seiner Zelle in der Justizvollzugsanstalt Bremervörde aufgefunden.
Der Mann wies zum Zeitpunkt des Auffindens keine Körpertemperatur mehr auf. Ein hinzugerufener Notarzt konnte nur noch den Tod durch Strangulation feststellen.
Mutter und Kind mussten nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Celle in der Einrichtung bleiben.
Titelfoto: Ulrich Perrey/dpa

