Köln - Die Kölner Polizei hat einen 20-Jährigen festgenommen, der einen Brand in dem Mehrfamilienhaus gelegt haben soll, in dem die Familie seiner Ex-Freundin lebt. Die Kripo ermittelt unter anderem wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes in sechs Fällen!
Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag in einer gemeinsamen Mitteilung schilderten, soll der 20-jährige Mazedonier nach derzeitigem Stand der Ermittlungen in der Nacht auf Samstag (24. Januar) gegen 23.30 Uhr hölzerne Schuhregale und -schränke vor der Wohnungstür einer Dachgeschosswohnung an der Olpener Straße in Köln-Merheim angezündet haben, in der sich sechs Familienmitglieder seiner Ex-Freundin aufhielten.
"Mutmaßlicher Auslöser hierfür war offenbar, dass sich die 20-Jährige wenige Tage zuvor von dem Tatverdächtigen getrennt hatte und zurück zu ihren Eltern in die Dachgeschosswohnung gezogen war", berichtete ein Polizeisprecher.
Die Familie bemerkte das Feuer glücklicherweise noch rechtzeitig und rettete sich durch das bereits stark verrauchte Treppenhaus ins Freie, wobei drei Mitglieder jedoch leichte Rauchgasvergiftungen erlitten. Rettungskräfte brachten das Trio wenig später zur weiteren Behandlung in ein Krankenhaus.
Dank des schnellen Eingreifens der Feuerwehr konnte ein Übergreifen der Flammen auf weitere Stockwerke des Hauses verhindert werden, hieß es.
Polizei nimmt 20-Jährigen in Kalk fest
Die ebenfalls alarmierte Polizei leitete derweil eine Fahndung nach dem 20-Jährigen ein und stellte den jungen Mann schon kurzer Zeit später an seiner Wohnanschrift in Köln-Kalk, wo er festgenommen wurde.
Ein Haftrichter schickte den Verdächtigen noch am Sonntag wegen des dringenden Verdachts des versuchten Mordes in sechs Fällen, der schweren Brandstiftung und wegen gefährlicher Körperverletzung in Untersuchungshaft. Eine Mordkommission übernahm zudem die weiteren Ermittlungen.
Die Wohnung im Dachgeschoss ist großflächig verrußt und derzeit nicht bewohnbar.