Getötete Ronja (†15): Vater gibt Ehrenmord-Motiv zu und belastet Ehefrau!

Worms - Nach dem grausamen Tötungsdelikt an der 15-jährigen Ronja, die leblos am Wormser Rheinufer gefunden wurde, äußert sich jetzt der Verteidiger des mittlerweile inhaftierten Vaters Hassan M. (39). Dabei kommen schreckliche Details zum Vorschein.

War es ein Ehrenmord? Am 17. Juni wurde die Leiche der 15-jährigen Ronja am Rheinufer im Wormser Stadtteil Rheindürkheim entdeckt.
War es ein Ehrenmord? Am 17. Juni wurde die Leiche der 15-jährigen Ronja am Rheinufer im Wormser Stadtteil Rheindürkheim entdeckt.  © Mirco Metzler/Die Knipser

Laut Rechtsanwalt Christian Zinzow, der den aus Afghanistan stammenden Vater vertritt, habe Hassan M. seine Ehefrau Maryam M. (34) hinsichtlich des Tötungsdelikts an ihrer gemeinsamen Tochter schwer belastet. Dies berichtete der Verteidiger am Freitagabend dem Focus.

Zudem habe er das Motiv eines möglichen Ehrenmordes aufgrund der Unzufriedenheit mit dem Lebenswandel der Tochter eingeräumt. "Dass der Vater mit der Lebensweise seiner Tochter nicht glücklich war, ist zutreffend", sagt sein Anwalt.

Die komplette Familie stammt ursprünglich aus Afghanistan, lebt allerdings seit einigen Jahren bereits in Deutschland.

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"In seiner mehrstündigen Einlassung bei der Kriminalpolizei hat mein Mandant seine Frau im unmittelbaren Zusammenhang mit der Tötung sehr stark belastet", so Hassan M.s Pflichtverteidiger Zinzow. Ob jene Aussagen der Wahrheit entsprechen, müssten weitere Ermittlungen klären.

"Der Umstand, dass beide Elternteile in Untersuchungshaft sitzen, deutet ja darauf hin, dass beide in das Tötungsgeschehen verwickelt waren", erklärt der Fachanwalt für Strafrecht weiter. "Mein Mandant hat umfangreich beschrieben, was aus seiner Sicht vorgefallen ist. Und natürlich war er daran beteiligt, sonst könnte er dazu nichts aussagen."

Recherche bringt schockierende Details zur Brutalität des Tathergangs ans Licht

Mehrere Taucher sowie Einsatzkräfte der Polizei bargen den Leichnam und sicherten entsprechende Spuren am Fundort.
Mehrere Taucher sowie Einsatzkräfte der Polizei bargen den Leichnam und sicherten entsprechende Spuren am Fundort.  © Michael Deines/Promediafoto/dpa

Hassan M. hätte gegenüber den Ermittlern im Rahmen einer Vernehmung eingestanden, "dass er am Rheinufer in Worms war, wo später die Leiche seiner Tochter gefunden wurde", berichtet Zinzow.

Ein Teilgeständnis oder Geständnis der Tat sei dies jedoch nicht. "Das ginge mir einen Schritt zu weit", so Zinzow.

Vielmehr sei der jeweilige Tatbeitrag der beiden Eltern entscheidend. "Es wird zu klären sein, wer was gemacht hat", sagt der gebürtige Hannoveraner.

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Die Rechtsanwältin der Mutter wollte sich auf Nachfrage des Focus bislang nicht zu den Vorwürfen des Vaters äußern.

Eine Recherche des Nachrichtenmagazins brachte außerdem schockierende Details zum brutalen Tathergang ans Licht. Die offizielle Obduktion der Leiche hatte den Behörden nach ergeben, dass die Jugendliche durch Ertrinken ums Leben kam. Nachforschungen ergaben indes, dass zuvor massive Gewalt angewendet worden sein muss.

"Es konnten Einblutungen der Halsmuskulatur und Hämatome im Bereich des Oberkörpers und der Extremitäten festgestellt werden", bestätigte Oberstaatsanwalt Alexander Fassel von der Staatsanwaltschaft Mainz diesbezüglich gegenüber dem Focus.

Titelfoto: Mirco Metzler/Die Knipser

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