Lebenslang für deutschen Serientäter: "Maskenmann" wegen Mordes an Jonathan (†10) verurteilt

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Von Michael Evers

Nantes (Frankreich) - In einem Prozess in Frankreich ist der in Deutschland bereits wegen dreifachen Kindsmordes verurteilte sogenannte "Maskenmann" wegen eines weiteren Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Für den Prozess gegen Martin N. (55) in Nantes wurde der Serientäter extra aus seiner Zelle in einem deutschen Gefängnis nach Frankreich überstellt.
Für den Prozess gegen Martin N. (55) in Nantes wurde der Serientäter extra aus seiner Zelle in einem deutschen Gefängnis nach Frankreich überstellt.  © LOIC VENANCE / AFP

Das Gericht im westfranzösischen Nantes sprach den 55-jährigen deutschen Serientäter Martin N. wegen des Mordes an dem damals zehnjährigen Jonathan im April 2004 schuldig, wie die Zeitungen "Le Parisien", "Le Figaro" und weitere französische Medien aus dem Gerichtssaal berichteten.

Jonathan wurde damals aus einem Schullandheim in Saint-Brevin-les-Pins in Westfrankreich entführt. Seine Leiche wurde wenige Wochen später unbekleidet in einem Teich rund 30 Kilometer entfernt entdeckt.

Im Prozess hatte der aus Bremen stammende Angeklagte eine Beteiligung am Tod des französischen Jungen mehrfach klar von sich gewiesen. "Ich habe das nicht getan", sagte er aus.

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Seine Verteidigung hatte auf Freispruch mangels konkreter Beweise plädiert, dass der Angeklagte sich überhaupt in Frankreich aufgehalten und die Tat begangen habe.

"Maskenmann" Martin N. wegen drei Morden in Deutschland verurteilt

Bereits 2011 stand Kindesmörder Martin N. vor Gericht. (Archivfoto)
Bereits 2011 stand Kindesmörder Martin N. vor Gericht. (Archivfoto)  © Carmen Jaspersen/dpa

In Deutschland hatte der "Maskenmann" während fast 20 Jahren kleine Jungen missbraucht und drei von ihnen im Alter von 8, 9 und 13 Jahren ermordet. Zwischen 1992 und 2001 schlich der Pädagoge sich in Norddeutschland nachts maskiert an die Betten Dutzender Opfer.

Nach langer kriminalistischer Puzzlearbeit führte ein ehemaliges Opfer die Polizei schließlich auf die Spur des Mannes, der 2011 in Hamburg-Wilstorf festgenommen wurde. 2012 wurde er vom Landgericht Stade zu lebenslanger Haft verurteilt. Die meisten seiner Taten hatte er in seinem Prozess gestanden. 

Lange führte der Mann ein Doppelleben, ohne dass jemand Verdacht schöpfte. Tagsüber kümmerte er sich als Betreuer auf Ferienfreizeiten und in Heimen um seine Schützlinge. Nachts verwandelte er sich in den "Maskenmann", weil er sein Gesicht bei den Verbrechen hinter einer dunklen Sturmhaube verbarg. 

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Da der Fall des kleinen Jonathan Parallelen zur Tatserie in Norddeutschland aufwies, untersuchten die französischen Fahnder bereits seit 2008 auch, ob der Deutsche für die Tat in der Bretagne infrage kommen könnte. Konkrete Beweise wie DNA-Spuren etwa wurden aber nicht gefunden. 

Ein Zeuge aber beobachtete abends einen Wagen mit deutschem Kennzeichen in der Nähe eines Teichs, der dort anscheinend etwas ausladen wollte, dann aber wegfuhr. Und 2017 berichtete ein Mitgefangener, Martin N. habe ihm gestanden, in Frankreich ein Kind getötet zu haben.

Erstmeldung am 4. Juni, 13.55 Uhr, Update um 22.17 Uhr

Titelfoto: Montage: LOIC VENANCE / AFP, Carmen Jaspersen/dpa

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