Neumünster - Am Dienstag wird ein Waldgebiet bei Neumünster (Schleswig-Holstein) nach der Leiche des seit elf Jahren vermissten Horst Georg Linnemann abgesucht. Sonderermittler sind auf neue Spuren gestoßen.
Seit 2024 beschäftigt sich die Cold Case Unit (CCU) des Landeskriminalamts Schleswig-Holstein mit dem Fall um Linnemann, der seit dem 15. Dezember 2014 vermisst wird, teilte das LKA Schleswig-Holstein mit.
An diesem Tag sei er zuletzt von seiner Freundin in ihrer Neumünsteraner Wohnung gesehen worden. Am Abend desselben Tages meldet sie ihren Lebensgefährten als vermisst.
Die Ermittler gehen von einem Tötungsdelikt aus, konnten die Leiche des damals 28 Jahre alten Maschinenbau-Studenten aber nie finden.
Die CCU rollte den Fall nach zehn Jahren neu auf, analysierte die bisherigen Ermittlungen und Erkenntnisse. Zeugen wurden befragt und tatrelevante Spuren mithilfe modernster kriminaltechnischer Methoden erneut untersucht.
Die Spurensuche am Dienstag führt in das Wattenbeker Gehege zwischen Neumünster und Bordesholm. Das gesamte Waldgebiet wird für die Dauer der Suche abgesperrt und ist auch für Spaziergänger nicht passierbar.
Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass sich die Leiche des Vermissten in diesem Gebiet befinden könnte.
Zwei Männer unter Tatverdacht
Linnemanns dunkelblauer Golf IV wurde am 20. Dezember 2014 in Hamburg aufgefunden und sichergestellt. Rund einen Monat später geriet ein Leihanhänger mit einer auffälligen gelben Plane in den Fokus, den der damals 28-Jährige offenbar genutzt habe.
Im Rahmen der Ermittlungen wurden zwei damals 28 und 26 Jahre alte Männer aus Neumünster und Kappeln verdächtigt, die zu Linnemanns Umfeld gehörten. Die Tat konnte ihnen jedoch bislang nicht nachgewiesen werden.
Im Juli 2015 wurde ein Areal am Stadtrand von Neumünster mit Spürhunden und einem Bagger abgesucht, ebenso ein Kleingartengelände im Oktober 2015 - beide Suchen blieben ohne Erfolg.
Zu diesem Zeitpunkt gingen die Ermittler bereits davon aus, dass Linnemann tot war und seine Leiche im Bereich Neumünster erst angezündet und dann begraben worden sein könnte.
Obwohl die Staatsanwaltschaft Kiel eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro für sachdienliche Hinweise auslobte, wurde es in der Öffentlichkeit still um den Fall Horst Georg Linnemann. Die Ermittlungen liefen allerdings weiter.
Cold Case Unit bittet Bevölkerung um Hilfe
Die CCU bittet die Bevölkerung erneut um Hilfe und sucht nach Zeugen, die Linnemann am Tag seines Verschwindens oder danach gesehen haben. Außerdem werden Zeugen gesucht, die Angaben zu dem Golf und dem Anhänger beziehungsweise zu dessen Nutzern machen können.
Zudem werden Hinweise zu einer Garage oder einem Lagerraum in Neumünster und Umgebung gesucht, die der Vermisste genutzt haben könnte. Auch Hinweise zu auffälligen Bewegungen, Personen oder Fahrzeugen im Waldgebiet nördlich von Neumünster nehmen die Ermittler unter der Rufnummer 0431/160-42852 entgegen.
Für Hinweise, die zum Auffinden der Leiche und zu dem oder den Tätern führen, ist eine Belohnung in Höhe von 1500 Euro ausgelobt.