Luise (†12) wurde mit zahllosen Messerstichen ermordet: So viel Schmerzensgeld ist fällig
Von Alina Grünky
Koblenz/Freudenberg - Mit zahlreichen Messerstichen wurde die zwölfjährige Luise aus Freudenberg von zwei Mädchen getötet. Die beiden Täterinnen, welche den Mord gestanden haben, müssen rund 125.000 Euro Schmerzensgeld an die Familie des Opfers zahlen.
Das hat das Landgericht Koblenz am Donnerstag zum Ende eines Zivilverfahrens rund drei Jahre nach der Tat verkündet. Ein Strafprozess fand wegen des jungen Alters der Beschuldigten von damals zwölf und dreizehn Jahren nicht statt.
Dem Gericht zufolge stehen den Eltern und der Schwester insgesamt 85.000 Euro zu, für die Getötete kämen 40.000 Euro hinzu, insgesamt beträgt die Höhe des Schmerzensgelds damit 125.000 Euro.
Auch die Bestattungskosten in Höhe von rund 15.000 Euro sollen die Beschuldigten übernehmen. Hinzu kämen noch Kosten für den Anwalt.
Im Mittelpunkt des Prozesses stand vor allem die Frage, wie lange das Mädchen nach dem Angriff noch bei Bewusstsein war und wie groß ihr Leidensweg gewesen ist. Dies gilt als entscheidend für die Höhe eines möglichen Schmerzensgelds.
Zwölfjährige wurde mit 74 Messerstichen getötet
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Luise erhebliches Leid erfahren habe und mindestens wenige Minuten mit extremer Panik und Todesangst erlebte. Das sei unter anderem an Spuren von Gegenwehr erkennbar. Es sei ein heimtückischer Mord gewesen, der die Kammer fassungslos mache.
Zu Prozessbeginn im Juli 2025 hatte ein Richter erklärt, Luise sei mit 74 Messerstichen getötet worden. Die Leiche des Mädchens war im März 2023 einen Tag nach ihrem Verschwinden in einem Wald an der Grenze von Nordrhein-Westfalen zu Rheinland-Pfalz gefunden worden.
Titelfoto: Oliver Berg/dpa
