Mann kaltblütig erschossen: Spezialkräften gelingt Festnahme

Rüsselsheim - Eine internationale Fahndung führte zum Erfolg: Spezialkräfte der Polizei haben in Schweden einen 40-jährigen Mann aufgespürt, der im dringenden Verdacht steht, einen 45-Jährigen im südhessischen Rüsselsheim am helllichten Tag und auf offener Straße kaltblütig erschossen zu haben.

Nach den Schüssen kam es zu einem Großeinsatz der Polizei in Rüsselsheim, doch dem Schützen (40) gelang die Flucht.
Nach den Schüssen kam es zu einem Großeinsatz der Polizei in Rüsselsheim, doch dem Schützen (40) gelang die Flucht.  © KEUTZTV-NEWS

Der Albaner wurde am heutigen Mittwoch einer Ermittlungsrichterin am Amtsgericht Darmstadt vorgeführt, diese ordnete Untersuchungshaft für den Tatverdächtigen an, wie das Polizeipräsidium Südhessen und die Staatsanwaltschaft Darmstadt gemeinsam mitteilten.

Der 40-Jährige sei bereits am 23. Mai im schwedischen Norsborg aufgrund eines europäischen Haftbefehls festgenommen worden. Am gestrigen Dienstag sei die Auslieferung an die deutschen Behörden erfolgt. Dem Albaner wird Mord vorgeworfen.

Die Tat liegt schon fast zwei Monate zurück: Am Morgen des 22. April wurde ein 45-jähriger Mann in der Waldstraße in Rüsselsheim von mehreren Schüssen getroffen und lebensgefährlich verletzt. Eine Woche später starb der Mann infolge der Schussverletzungen.

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Ein Großeinsatz der Polizei führte damals nicht zur Ergreifung des Schützen. In der Folge wurde eine Mordkommission mit dem Namen "2204" eingerichtet. "Über 30 Beamtinnen und Beamten ermittelten in der Spitze in dem Fall", sagte ein Sprecher am heutigen Mittwoch.

Mord in Rüsselsheim: Verdächtiger schweigt

Der in Rüsselsheim niedergeschossene 45-Jährige überlebte die Attacke zunächst, starb aber einige Tage später in einer Klinik. (Symbolbild)
Der in Rüsselsheim niedergeschossene 45-Jährige überlebte die Attacke zunächst, starb aber einige Tage später in einer Klinik. (Symbolbild)  © Montage: Nicolas Armer/dpa, Roberto Pfeil/dpa

Durch die Auswertung von Spuren sowie durch die Vernehmung von Zeugen geriet der 40-Jährige in den Fokus der Ermittler. Doch als sich der Verdacht gegen den Mann erhärtete, hatte sich dieser bereits ins Ausland abgesetzt.

"Im weiteren Verlauf der Ermittlungen konkretisierten sich die Hinweise, dass er zwischenzeitlich in das Königreich Schweden eingereist war", berichtete der Sprecher weiter.

Durch weitere Ermittlungen konnte der Gesuchte in dem Ort Norsborg bei Stockholm lokalisiert werden. Im Rahmen eines Rechtshilfeersuchens gelang Spezialkräften der schwedischen Polizei dort der Zugriff.

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Zu den Hintergründen des Mordes in Rüsselsheim ist noch nicht viel bekannt. Die Ermittler gehen nach dem derzeitigen Stand der Erkenntnisse aber davon aus, dass das Opfer und der mutmaßliche Schütze sich kannten.

Der Beschuldigte habe bislang keine Angaben zu der Tat gemacht. Die Ermittlungen zu dem Fall dauern an.

Titelfoto: KEUTZTV-NEWS

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