Mehr als 90 Stiche mit Gemüsemesser: 51-Jähriger soll Arbeitskollegen heimtückisch ermordet haben
Traunstein/Neuötting - Die Staatsanwaltschaft Traunstein hat Anklage gegen einen 51-jährigen Polen erhoben. Der Vorwurf: heimtückischer Mord an einem Arbeitskollegen im oberbayerischen Neuötting.
Den Ermittlern zufolge soll der Mann am 23. Juni 2025 seinen 64-jährigen Kollegen auf dem Balkon einer gemeinsam bewohnten Werkswohnung auf brutalste Weise attackiert haben.
Demnach hielten sich am Morgen gegen 6.50 Uhr mehrere Arbeitskollegen dort auf.
Der 64-Jährige saß auf einem Stuhl, als der 51-Jährige unter einem Vorwand den Balkon verließ, in der Küche ein Gemüsemesser holte und zurückkehrte.
Von hinten soll er den weiterhin sitzenden Kollegen ohne Vorwarnung angegriffen, mit einer Hand festgehalten und mit der anderen mehrfach in Tötungsabsicht auf den Oberkörper eingestochen haben.
Ein weiterer Arbeitskollege eilte zu Hilfe, wurde jedoch getreten und flüchtete. Laut Anklage soll der Angeschuldigte weiter auf sein Opfer eingestochen haben. Der 64-Jährige erlitt mehr als 90 Stichverletzungen und verstarb infolge massiven Blutverlusts.
Der Verdächtige war noch am selben Tag im Bereich des Stadtplatzes nahe dem Tatort festgenommen worden, wie die Polizei damals mitteilte. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft. Zum mutmaßlichen Motiv machten die Ermittler zunächst keine Angaben.
Verdächtiger laut Gutachten zur Tatzeit voll schuldfähig
Die Staatsanwaltschaft geht von einem Mordmerkmal der Heimtücke aus. Nach ihrer Auffassung habe der Angeschuldigte sein Opfer bewusst in einer hilflosen Lage überrascht und ihm so jede Möglichkeit zur Verteidigung genommen.
Ein forensisch-psychiatrisches Gutachten kommt laut Staatsanwaltschaft zu dem Ergebnis, dass der Angreifer zur Tatzeit voll schuldfähig gewesen sei.
Der 51-Jährige wurde noch am Tattag festgenommen und befindet sich seither in Untersuchungshaft. Das Landgericht Traunstein entscheidet nun über die Zulassung der Klage.
Titelfoto: Soeren Stache/dpa
