Mordfall Fabian (†8): Angeklagte schien "emotional abgeschnitten"
Von Helmut Reuter
Rostock - Zum 16. Verhandlungstag im Mordprozess im Fall des getöteten achtjährigen Fabian sind am heutigen Mittwoch ab 9.30 Uhr vor dem Landgericht Rostock acht Zeugen geladen.
Darunter auch eine Gerichtshelferin, die im Januar mit der Angeklagten sprach. In dem etwa halbstündigen Gespräch habe die heute 30-Jährige teils "emotional wie abgeschnitten" auf sie gewirkt, sagte die Gerichtshelferin.
Auf die Frage, ob sie wisse, was ihr vorgeworfen werde, habe die Angeklagte damals geantwortet, sie solle etwas getan haben, was sie nicht getan habe.
Die Zeugin berichtete aus dem Gespräch auch über eine sehr innige Beziehung der Angeklagten zu ihren fünf Pferden. Sie habe sehr besorgt und authentisch gewirkt. "Der Kontakt zu den Tieren war intensiver als zu Menschen."
Die Staatsanwaltschaft wirft der Frau vor, das Kind am 10. Oktober 2025 an einem Tümpel bei Klein Upahl mit sechs Messerstichen getötet und den Leichnam anschließend in Brand gesetzt zu haben.
Die Frau schweigt bislang zu den Vorwürfen, will sich aber nach Angaben ihrer Verteidiger Anfang August äußern. Fabians Mutter nimmt als Nebenklägerin an dem Prozess teil, der zunächst bis 10. September terminiert ist.
Erstmeldung um 7.20 Uhr, aktualisiert um 10.42 Uhr.
Titelfoto: Fotomontage: Danny Gohlke/dpa, Polizeipräsidium Rostock
