Schüsse in Jugendeinrichtung: Patentante stellt Tatverdächtigen als "hilflosen Vater" dar

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Stade - Eine extra eingerichtete Mordkommission übernimmt die Ermittlungen zum Tatgeschehen mit sechs Todesopfern in Stade. Ausgewertet werden vor allem Hinweise aus der Bevölkerung. Zudem sollen weiter Details zum Sorgerechtsstreit aufgetaucht sein.

Auch am Dienstag waren Spezialisten am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung, mit der Spurensicherung beschäftigt.
Auch am Dienstag waren Spezialisten am Tatort, einem Gebäude einer Jugendeinrichtung, mit der Spurensicherung beschäftigt.  © Jörn Hüneke/dpa

Die Polizei bittet Zeugen weiter um Fotos und Videos, die etwas zur Aufklärung der tödlichen Schüsse in der Jugendhilfeeinrichtung am Montag beitragen können. Unterdessen ist der Tatverdächtige in Untersuchungshaft gekommen. 

Am Steuer des Fluchtwagens soll die mutmaßliche Patentante seines drei Monaten alten Kindes gesessen haben. Diese soll laut BILD drei Tage vor der Tat ein 20-seitiges Dokument an mehrere Medien verschickt haben - so auch an die "Hannoversche Allgemeine Zeitung".

In dem Schreiben soll es vor allem um den Sorgerechtsstreit gehen, den der mutmaßliche Täter und seine Frau mit den Behörden in der Region Hannover geführt haben sollen.

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In dem Dokument soll die mutmaßliche Patentante den Tatverdächtigen als hilflosen Vater darstellen. Es soll eine Aufklärung über die Sicht der Dinge der Familie sein. Verifiziert seien die Aussagen der Dame allerdings nicht, die Darstellung auch nur einseitig.

Für die Opfer fand am Dienstagabend eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade statt, der Andrang von Angehörigen, Kollegen und Feuerwehrleuten war riesig.
Für die Opfer fand am Dienstagabend eine Andacht in der St.-Wilhadi-Kirche in Stade statt, der Andrang von Angehörigen, Kollegen und Feuerwehrleuten war riesig.  © Carsten Neff/dpa

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Laut Patentante sollen die Eltern den Säugling am 12. April 2026 ins Krankenhaus gebracht haben, weil er erbrach und zuckte. Die Ärzte sollen daraufhin eine Hirnblutung diagnostizierten haben. Deren Vermutung: Der Tatverdächtige habe das Kind geschüttelt. Die Patentante soll als Grund für die Verletzung des Kindes jedoch angegeben haben: Der Vater sei im Halbschlaf mit seinem Kopf gegen den Kopf des Säuglings gestoßen. Das Jugendamt soll diese Version nicht geglaubt haben.

Nach Informationen von BILD habe es daraufhin ein familienrechtliches Verfahren am Amtsgericht gegeben. Dabei soll es um das Sorgerecht gegangen sein. Das Kind durfte schließlich unter Auflage bei der Mutter leben, allerdings nur im betreuten Umfeld der Hilfeeinrichtung.

Am Montag soll es in der Jugendhilfeeinrichtung dann einen Termin für ein "Hilfeplangespräch" gegeben haben. Sechs Menschen haben den Termin nicht überlebt.

Erstmeldung um 6.49 Uhr, aktualisiert um 7.54 Uhr.

Titelfoto: Jörn Hüneke/dpa

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