Mordfall Fabian (†8): Lügt der Vater des getöteten Jungen etwa?

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Von Helmut Reuter

Rostock - Die Rostocker Staatsanwaltschaft verdächtigt den zuletzt als Zeuge vernommenen Vater des getöteten achtjährigen Fabian aus Güstrow der Falschaussage. Es seien entsprechende Ermittlungen gegen ihn eingeleitet worden, sagte Oberstaatsanwalt Harald Nowack in einer Erklärung zu Beginn des vierten Verhandlungstages. Der 35-Jährige war am 30. April und am 5. Mai rund eineinhalb Tage intensiv vernommen worden. 

Andreas Ohm (l-r), Anwalt, und die Angeklagte am vierten Verhandlungstag im Saal des Landgerichts.
Andreas Ohm (l-r), Anwalt, und die Angeklagte am vierten Verhandlungstag im Saal des Landgerichts.  © Bernd Wüstneck/dpa

Seit Ende April läuft die Hauptverhandlung im Mordprozess gegen eine 30-Jährige, die den Jungen laut Anklage im vergangenen Oktober getötet haben soll. Die langjährige Beziehung zum Vater und deren Beendigung soll dabei eine Rolle gespielt haben.

Der Vater, der bereits stundenlang in der Verhandlung befragt wurde, hatte zuletzt gesagt, er und die seit November 2025 in U-Haft sitzenden Frau seien inzwischen wieder ein Paar. Er glaube an die Unschuld der Frau. Diese schweigt bislang in dem Prozess.

Es sei wenig nachvollziehbar, wie ein Zeuge seine Aussage derart ändern könne, betonte Nowack mit Blick auf vorherige Vernehmungen des Vaters unter anderem bei der Polizei. Er sei auch nicht nachzuvollziehen, warum er wieder eine Beziehung zur Angeklagten aufgenommen habe. 

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Die Angeklagte habe entsprechend auf ihn eingewirkt. Sie habe eine Wiederaufnahme der Beziehung angestrebt. Nach der Vernehmung von Fabians Vater sei festzustellen, dass ihr das gelungen sei. Der Zeuge sei zudem nicht an einer objektiven Wahrheitsfindung interessiert, denn er habe die Möglichkeiten der Akteneinsicht sowie einer Teilnahme als Nebenkläger nicht genutzt. 

Fall Fabian (†8): Angeklagte berichtete in Sprachnachrichten von Selbstmordversuchen

Am vierten Verhandlungstag spielte das Gericht über zwei Stunden lang Aberdutzende Chat-Sprachnachrichten ab, die die Angeklagte nach der Trennung im August 2025 an Fabians Vater schickte. 

In den Audioaufnahmen ging es vor allem darum, dass die Angeklagte die Trennung nicht akzeptierte und Fabians Vater zu ihr zurückkehren solle. Sie berichtete in den Sprachnachrichten auch von zwei Selbstmordversuchen und warf ihrem damaligen Ex-Freund vor, ihr Leben zu zerstören.

Es ging in den Chats um Liebe, Trennung, Vorwürfe der Lüge und Eifersucht. In den meisten Chats weinte die Anklagte, die laut Chatnachricht wegen psychischer Probleme seit Jahren Berufsunfähigkeitsrentnerin ist. 

Zeugin beschrieb Umgang der Mutter mit Fabian (†8) als "lieblos"

Der achtjährige Fabian soll von der Ex-Partnerin seines Vaters getötet worden sein.
Der achtjährige Fabian soll von der Ex-Partnerin seines Vaters getötet worden sein.  © Polizeipräsidium Rostock

Als Zeugen wurden am Nachmittag unter anderem Fabians Klassenlehrerin an der Grundschule sowie die Mutter von Fabians bestem Freund vernommen. Auch ein Freund von Fabian wurde angehört, der aber über eine Videoschalte aus einem Nebenzimmer im Gericht zugeschaltet wurde.

Die Mutter von Fabians Freund sagte aus, dass Fabian oft spät nach Hause fuhr, weil dessen Mutter mit Freunden feiern gewesen sei. Fabian habe gar nicht nach Hause gewollt. Den Umgang der Mutter mit Fabian beschrieb sie als "lieblos". 

Die Vernehmung des minderjährigen Freundes von Fabian konnte die Öffentlichkeit auf der großen Leinwand im Saal mitverfolgen, ohne dass der Junge aber das Publikum sah. "Fabian war ein guter Freund von mir", sagte er. Wie würde er Fabian beschreiben, wird er von Richter Holger Schütt gefragt. "Klein, dick, bisschen frech", antwortete der Junge. Er und Fabian hätten viel Zeit mit "Zocken" - Computerspielen am Handy - verbracht.

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Einschließlich des vierten Verhandlungstages stehen bis zum 2. Juli noch 14 Termine an. Der Prozess begann am 28. April. Allerdings kündigte Richter Schütt an, dass weitere Verhandlungstermine notwendig würden. Deshalb wollte die Schwurgerichtskammer mit dem Prozessbeteiligten zusätzliche zehn Prozesstage abstimmen. 

Der Prozess wird am 21. Mai fortgesetzt. Dann sollen unter anderen Mitarbeiter des Jugendclubs, den Fabian besuchte, als Zeugen gehört werden. Zudem soll eine Polizeibeamtin gehört, die in der Vermisstensache ermittelte und insbesondere den Vater befragte.

Solltet Ihr selbst von Selbsttötungsgedanken betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Erstmeldung, 13. Mai, 5.45 Uhr; zuletzt aktualisiert um 16.18 Uhr.

Titelfoto: Fotomontage: Bernd Wüstneck/dpa, Polizeipräsidium Rostock

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